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Enerige & Management > Windkraft - Ganz geringe Wechselquote
Bild: Fotolia.com, DeVIce
WINDKRAFT:
Ganz geringe Wechselquote
Die allermeisten der bis Jahresende 2016 genehmigten Windkraftprojekte wollen nach den alten EEG-Regularieren vergütet werden.
 
Mit dem Abschied von der bisherigen festen EEG-Vergütung tut sich die heimische Windbranche seit Monaten sehr schwer. Wie schwer, zeigt eine Zahl, die die Bundesnetzagentur am 8. März mehr oder weniger im Kleingedruckten auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Danach werden sich nur 52 der bis Ende 2016 genehmigten Windparkprojekte mit einer Gesamtleistung von 475 MW freiwillig an den bevorstehenden Ausschreibungen beteiligen. Gemessen an den 8 960 MW, für die bis zum letzten Jahreswechsel die notwendigen behördlichen Genehmigungen vorlagen, sind das lediglich 5 %.

Zum Hintergrund: Bis zur zurückliegenden Silvesternacht hatten bundesweit Windmüller versucht, eine Genehmigung für ihre geplanten Windturbinen zu erhalten. Diese Anlagen können bis Ende 2018 ans Netz gehen und erhalten eine Vergütung nach den „alten“ EEG-Regularien. Das sieht eine Ausnahmeregelung in der im vergangenen Frühsommer beschlossenen EEG-Reform vor.

Dass die Genehmigungsbehörden vielerorts Überstunden einlegen mussten, ist schnell erklärt: In der Regel erhalten die Windmüller nach dem bisherigen EEG zumindest in diesem Jahr eine höhere Vergütung für ihren Windstrom als bei den anstehenden Ausschreibungen (die Gebote für die erste Ausschreibungsrunde mit einem Volumen von 800 MW müssen bis zum 2. Mai bei der Bundesnetzagentur eingegangen sein). Ob diese Rechnung auch im nächsten Jahr angesichts noch ausstehender Degressionsschritte bei der EEG-Vergütungshöhe aufgeht, wird sich zeigen.

Dass trotz dieser Unsicherheit nur wenige Investoren freiwillig bis zum gesetzlich festgelegten Stichtag 28. Februar dieses Jahres ins Ausschreibungsregime gewechselt sind, zeigt nach Einschätzung von E&M befragten Branchenexperten die nach wie vor verbreitete Unsicherheit gegenüber den anstehenden Auktionen. Angesichts des Booms von Genehmigungen erwarten Branchenkreise zudem, dass die erste Onshore-Ausschreibung nicht wie bei der Premiere in der Photovoltaik deutlich überzeichnet sein wird. Damit dürften viele Gebotspreise wohl in der Nähe des zulässigen Höchstpreises von 7 Ct/kWh liegen.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 08.03.2017, 15:43 Uhr

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