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Enerige & Management > Photovoltaik - Gabriel sieht PV-Pilotausschreibungsrunden als vollen Erfolg
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PHOTOVOLTAIK:
Gabriel sieht PV-Pilotausschreibungsrunden als vollen Erfolg
Das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) hat mit einem Erfahrungsbericht eine Bilanz zu den Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Jahr 2015 gezogen.
 
Das Bundeskabinett hat am 13. Januar den Erfahrungsbericht zu den Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen im Jahr 2015 verabschiedet. "Die Pilotausschreibungen für Photovoltaik-Freiflächenanlagen haben sehr gut funktioniert. Sie wurden von den Marktteilnehmern gut angenommen“, resümiert Bundesenergieminister Sigmar Gabriel. Insgesamt hatte es drei Ausschreibungsrunden mit insgesamt 500 MW Volumen gegeben. Laut dem Erfahrungsbericht war die Wettbewerbsintensität in allen drei Ausschreibungsrunden hoch. Das Preisniveau für die Förderung ist von Runde zu Runde gesunken: von 9,17 Ct/kWh über 8,49 Ct/kWh auf zuletzt 8,00 Ct/kWh.

„Dies ist ein Indiz für die Effizienz des Ausschreibungsverfahrens“, heißt es aus dem BMWi. Der jeweilige Zuschlagswert habe deutlich unter dem jeweiligen Höchstpreis gelegen und sei in der Regel niedriger gewesen als die staatlich festgelegte Förderhöhe nach dem EEG 2014 - für die Stromkunden eine gute Nachricht. Viele verschiedene Akteure hätten sich beteiligt und auch kleine Bieter und Projekte hätten Zuschläge erhalten, heißt es weiter. Minister Gabriel wertet die Bilanz der Pilotausschreibungen als Beleg dafür, dass mit dem ab 2017 geplanten Übergang zu Ausschreibungen durch das EEG 2016 auch für andere Erneuerbaren-Technologien mehr Kosteneffizienz und Marktintegration bei gleichzeitigem Erhalt von Versorgungssicherheit und Akteursvielfalt erreicht werden.

Grüne kritisieren mangelnde Akteursvielfalt

Julia Verlinden, Sprecherin für Energiepolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, kann nicht nachvollziehen, dass die Bundesregierung sich mit der Bilanz „feiert“: „Wenn von 100 Projekten, die einen Zuschlag erhalten haben, nicht einmal fünf eindeutig Bürgerenergie-Akteuren zugeordnet werden können, frage ich mich, was Sigmar Gabriel unter Akteursvielfalt versteht“, sagt sie. Dass die Bundesregierung in der anstehenden EEG-Novelle Ausschreibungen auf weitere Technologien ausweiten wolle, sei ein „schlechter Witz“, denn weder könnten die Pilotausschreibungen bei der Photovoltaik abschließend bewertet werden, wie auch das BMWi feststellt. Es könnten aber auch keine eindeutigen Vorteile nachgewiesen wurden, so Verlinden.

Sie kritisiert insbesondere, dass die Bundesregierung „somit weitere Technologien in Ausschreibungsverfahren zwingen“ wolle, ohne dafür eigene Pilotverfahren zu entwickeln und die jeweiligen Ergebnisse abzuwarten. „Damit bricht die Große Koalition ihr Versprechen aus dem Koalitionsvertrag und bedroht den weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien“, sagt die Grünen-Energiepolitikerin.

Nur vorläufige Schlussfolgerungen

Selbst das BMWi hatte angemerkt, „mit Blick auf die Erreichung der Ausbauziele können derzeit nur vorläufige Schlussfolgerungen gezogen werden, da diese maßgeblich von der tatsächlichen Realisierung der Anlagen abhängen.“ Die erfolgreichen Bieter haben für die Realisierung ihres Vorhabens bis zu 24 Monate Zeit, die Anlagen in Betrieb zu nehmen. Allerdings hätten die Bieter bei einer Umfrage der Bundesnetzagentur bekräftigt, dass sie ihre Anlagen überwiegend innerhalb des ersten Jahres nach der Zuschlagserteilung errichten würden.

„Der Erfahrungsbericht zeigt, dass Ausschreibungen im Bereich erneuerbarer Energien funktionieren, wenn die Ausschreibungsregeln optimal auf die Charakteristik der teilnehmenden Branche und des Marktsegments angepasst werden“, heißt es weiter. Eine einfache 1:1-Übertragung der Ausschreibungsregelung für Freiflächenanlagen auf andere erneuerbare Energien werde daher „nicht empfohlen“, dennoch könnten aufgrund der Erfahrungen mit dem Verfahren der Pilotausschreibung für PV-Freiflächenanlagen „viele Elemente auch für andere Bereiche der erneuerbaren Energien genutzt werden“.

Wie schwierig die Optimierung der Ausschreibungsregelungen etwa für die Windenergie an Land ist, hat sich nicht zuletzt an dem breiten Diskussionsprozess dazu gezeigt. In der Erneuerbaren-Branche wie auch in den Bundesländern werden aufgrund des Systemwechsels Einbrüche des Erneuerbaren-Ausbaus befürchtet. Viele Akteure gehen davon aus, dass das Ende der Bürgerenergie bei Windparks eingeläutet ist.
 

Angelika Nikionok-Ehrlich
Redakteurin
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Donnerstag, 14.01.2016, 11:45 Uhr

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