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Enerige & Management > Elektrofahrzeuge - Für Ladeinfrastruktur besser zusammenarbeiten
Quelle: E&M / Susanne Harmsen
ELEKTROFAHRZEUGE:
Für Ladeinfrastruktur besser zusammenarbeiten
Bei einem Besuch der Nationalen Leitstelle Ladeinfrastruktur vereinbarten Verkehrsminister und Wirtschaftsminister, für den Ausbau des Ladenetzes für E-Mobile zusammenzuarbeiten.
 
„Dieser Schritt hätte meiner Meinung nach schon vor drei Jahren getan werden müssen", sagte Robert Habeck (Grüne) zur Abstimmung zwischen seinem Wirtschaftsministerium und dem Bundesverkehrsministerium. Sein Amtskollege Volker Wissing (FDP) hatte ihn in die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur in Berlin eingeladen. Sie stünden in ihrer Verantwortung an zwei wichtigen Punkten für die Elektromobilität, sagte Wissing am 26. August. Die Stromerzeugung möglichst aus erneuerbaren Quellen und die Verteilung öffentlicher Ladepunkte müssten abgestimmt erfolgen.

Die Minister informierten sich über die Arbeit und digitalen Anwendungen der Leitstelle sowie die Verzahnung von Ladeinfrastruktur und Energienetzen. Zugleich gaben sie die Gründung einer Interministeriellen Steuerungsgruppe Ladeinfrastruktur (Isla) bekannt. Diese soll die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Masterplan Ladeinfrastruktur II für den beschleunigten Aufbau einer flächendeckenden, bedarfsgerechten und nutzerfreundlichen Ladeinfrastruktur ressortübergreifend koordinieren.

Neuer Masterplan kommt im Herbst

Strom- und Ladenetz sollten besser verzahnt werden und künftig auch die Chance bieten, die Speicher von Elektrofahrzeugen zur Netzstabilisierung einzusetzen. Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur unterstütze die Isla inhaltlich und organisatorisch. Der neue Masterplan Ladeinfrastruktur werde derzeit mit relevanten Akteuren wie Ländern, Kommunen, Verbänden und Unternehmen abgestimmt. Er werde im Herbst vom Bundeskabinett beschlossen, kündigte Wissing an. „Ziel ist es, kurzfristig Hürden abzubauen, Umsetzungsprozesse zu beschleunigen und so unsere Strom-und Verkehrsnetze für die Zukunft gut aufzustellen“, erläuterte er zur Isla.

Zur Kritik an seinem Sofortprogramm, um die Klimaschutzvorgaben für den Verkehrssektor einzuhalten, sagte Wissing nur, er werde „dem Bundestag ein überzeugendes Programm zum Beschluss vorlegen". Am Vortag hatte der Expertenrat Klimaschutz die Sofortprogramme für den Verkehrs- und Gebäudesektor als unzureichend kritisiert, um die Klimagasreduktionen aus dem Nationalen Klimaschutzgesetz zu erreichen.

Habeck zeigte sich von den erhobenen Daten der Leitstelle beeindruckt. Diese könne „bis in den Straßenzug hinein“ vorhandene Ladeinfrastruktur ermitteln und damit Lücken nennen, die durch öffentliche Ladepunkte zu füllen sind. „Unser Ziel ist es, erneuerbare Energien effektiver zu nutzen – zum Beispiel können E-Autos durch die Solaranlage auf dem eigenen Dach oder dem Mietshaus günstig geladen werden“, sagte Habeck. Solche intelligenten Ladelösungen seien notwendig, um die Energiewende im Verkehr erfolgreich voranzutreiben. Das Ladenetz müsse ermöglichen, dass wie geplant bis 2030 rund 15 Mio. Elektroautos in Deutschland fahren können.
 
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (l.) und Bundesverkehrsminister Volker Wissing beim Besuch der Leitstelle Ladeinfrastruktur in Berlin.
Quelle: E&M/Harmsen

Hintergrund der Leitstelle Ladeinfrastruktur

Die Leitstelle plant, unterstützt und begleitet unter dem Dach der bundeseigenen NOW GmbH im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums (BMDV) die Aktivitäten zum Ausbau der Ladeinfrastruktur in Deutschland. Johannes Pallasch, Leiter der Leitstelle, erläuterte gegenüber E&M, dass auch Daten zum Ladeverhalten entlang der Autobahnen erhoben würden.

Daraus ließe sich ableiten, wieviele Ladepunkte mit welcher Leistung noch benötigt werden. „An der Ostsee genügen vielleicht fünf Ladestationen und am Kreuz Sindelfingen ist der Bedarf noch nicht gedeckt“, sagte Pallasch. Der Vorzug der Leitstelle sei die genaue Erfassung aller Ladepunkte und ihrer Nutzung über ihre Netzbetreiber.
 

Susanne Harmsen
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Freitag, 26.08.2022, 16:25 Uhr

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