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Enerige & Management > Windkraft Offshore - Fünf Baustellen in deutschen Gewässern
Bild: Fotolia.com, zentilia
WINDKRAFT OFFSHORE:
Fünf Baustellen in deutschen Gewässern
Bis Jahresende dürfte sich die Offshore-Windkraftleistung um weitere 1 000 MW erhöhen. Im ersten Halbjahr hat noch keine der neu errichteten Anlagen mit der Stromeinspeisung begonnen.
 
Für 2018 Jahr rechnet die deutsche Offshore-Windbranche mit einer neu installierten Leistung von rund 1 000 MW (Vorjahr 1 250 MW). In den ersten sechs Monaten dieses Jahres waren nach der gemeinsamen „Halbzeitbilanz“ mehrerer Offshore-Windorganisationen insgesamt 62 Offshore-Windturbinen mit einer Leistung von 420 MW in deutschen Nord- und Ostseegewässern errichtet worden.

Allerdings hatte keine dieser Anlagen bis Ende Juni mit der Stromeinspeisung begonnen. Statistisch gesehen bleibt es deshalb bei einer installierten Offshore-Windkraftleistung von knapp 5 400 MW.

Abhängig vom Baufortschritt in den kommenden Wochen dürften bis zum Jahresende in folgenden drei Projekte die meisten Anlagen in Betrieb sein: Merkur, Borkum Riffgrund 2 und Arkona. Außerdem haben die Errichtungsarbeiten für die beiden weiteren Nordsee-Projekte Borkum West (Bauphase 2) und He Dreiht begonnen. Alle fünf Vorhaben zusammen bringen es auf eine Leistung von 1 944 MW. Spätestens Ende 2019 dürfte alle Maschinen dieses Quintetts am Netz sein, die so noch alle die Vergütungsregeln des „alten“ EEG in Anspruch nehmen konnten.

Die „Halbzeitbilanz“ nutzen die Offshore-Windverbände um von der Bundesregierung einen forcierten Ausbau bei der Windkraft auf See zu fordern. So forderten sie eine schnelle Sonderausschreibung mit einem Volumen von mindestens 1 500 MW. Gestärkt in dieser Forderung sehen sich die Offshore-Windprotagonisten durch den Übertragungsnetzbetreiber Tennet, der vor wenigen Tagen ebenfalls für eine zügige Sonderausschreibung Offshore-Windenergie plädiert hatte. Tennet verwies dabei auf freie Kapazitäten auf den Konverterplattformen.

Dass die Offshore-Windenergieverbände die Aufhebung des bisherigen Ausbaudeckels von 15 000 MW bis zum Jahr 2030 fordern, ist seit Veröffentlichung des sogenannten Cuxhavener Appells 2.0 im vergangenen Sommer so etwas wie Standard. Die Branchenvertreter verweisen auf den angestrebten Ökostromanteil von 65 Prozent bei der Stromerzeugung bis zum Jahr 2030, auf den sich die Regierungsparteien in ihrem Koalitionsvertrag verständigt hatten, um ihrer Forderung nach Korrektur des bisherigen Ausbaulimits Nachdruck zu verleihen. „Der energiepolitische Stillstand der letzten Monate muss beendet werden. Ansonsten können die selbstgesteckten Klimaziele nicht erreicht werden“, heißt es in der gemeinsamen Presseerklärung.

Seit vergangenem Jahr fordert die deutsche Offshore-Windindustrie ein Ausbau von mindestens 20 000 MW bis zum Jahr 2030. Im Jahr 2035 soll es dann eine installierte Leistung in Höhe von 35 000 MW geben.
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 19.07.2018, 12:41 Uhr

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