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Quelle: Jonas Rosenberger
PHOTOVOLTAIK:
Fraunhofer: Deutsche Module CO2-ärmer als chinesische
Silizium-Photovoltaik(PV)-Module werden in der EU mit deutlich weniger CO2-Ausstoß hergestellt und entsorgt als in China. Das ist das Ergebnis einer Studie des Fraunhofer Ise.
 
In einer neuen Studie hat das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (Ise) errechnet, dass in der EU hergestellte Silizium-PV-Module 40 Prozent weniger CO2 erzeugen als Module chinesischer Produktion. Auf diesen wissenschaftlichen Beitrag zur politischen EU-Klimazoll-Diskussion hat das Ise am 23. September die Presse hingewiesen.

In einer Lebenszyklusanalyse verglich ein Ise-Forschungsteam demnach die CO2-Fußabdrücke monokristalliner Solarmodule deutscher, europäischer und chinesischer Herstellung. Auch wenn Photovoltaikmodule im laufenden Betrieb Licht klimaneutral in Strom umwandeln, so entstehen CO2-Emissionen bei Herstellung, Transport und Lebensende der Module, schreibt das Ise. Diese sind pro Kilowattstunde über den Lebenszyklus hinweg allerdings 40 Mal so gering wie bei Braunkohlemeilern.

Das Ise berechnete den CO2-Fußabdruck sechs monokristalliner Silizium-PV-Module, jeweils mit Herstellungsort China, Deutschland und dem EU-Ausland sowie jeweils mit Glas-Folie- und mit Glas-Glas-Laminat. Dabei spielte der jeweilige regionale Energiemix für die Herstellung mit mit 50 bis 63 Prozent eine wichtigere Rolle als die Emissionen beim Transport. Der schlägt aus Richtung China nur mit 3 Prozent zu Buche.

Politische Folgerung: Eigenen PV-Herstellungscluster aufbauen

Ise-Leiter Andreas Bett, ein Befürworter einer europäischen PV-Industriepolitik, folgert daraus, es gehe nun darum, rasch eine vollständige PV-Produktionskette in Europa aufzubauen. China dominiert den weltweiten Herstellungsmarkt: 2019 produzierte das Land 68 Prozent des Polysiliciums, 96 Prozent aller Wafer, 76 Prozent aller Solarzellen and 71 Prozent der Module.

Rahmenlose Glas-Glas-Module verursachen zudem laut Ise bei der Herstellung zusätzlich 7,5 bis 12,5 Prozent weniger CO2-Ausstoß als Glas-Folie-Module, unabhängig von ihrem Herstellungsort. Grund dafür ist nicht die Rückseitenfolie selbst, sondern die Tatsache, dass Glas-Glas Module keinen Aluminiumrahmen benötigen, dessen Herstellung energieintensiv ist.

Glas-Glas Module haben außerdem eine längere Lebensdauer und eine geringere jährliche Degradation als solche mit Folie. Auf die erzeugte Kilowattstunde umgelegt, verursachte das rahmenlose Glas-Glas-Modul 22 bis 27 Prozent weniger CO2-Emissionen als das Glas-Folien-Modul, auf das nur wenige Hersteller setzen.

Neue gegen alte Daten

Insgesamt kommt die Studie auf CO2-Emissionen für Glas-Folie-Module (Glas-Glas-Module) von 810 (750) Kilo CO2-Äquivalent pro Kilowatt in China, 580 (520) in Deutschland und 480 (420) in der EU.

Der Studie liegen neue Produktionsdaten zugrunde, die das Ise in Zusammenarbeit mit der Industrie erhoben hatte. »Dies ist die eigentliche Neuheit", erklärte Holger Neuhaus, der die Ise-Abteilung Modultechnologie leitet. Verglichen mit Lebenszyklus-Analysen auf der Basis älterer Industriedaten, die andernorts immer noch herangezogen würden, habe sich der CO2-Rucksack von Modulen in den vergangenen Jahren um etwa 80 Prozent verbessert. Verbessert hätten sich seither die Silizium-Ausbeute, die Herstellungsprozesse, die Moduleffizienz und der Strommix.

Das Fraunhofer Ise verweist auf seiner Website auf vier Studien zum CO-Fußabdruck von PV-Modulen in der Life-Cycle-Betrachtung,  die Forschende des Instituts seit 2020 verfasst haben.
 

Georg Eble
Redakteur
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Donnerstag, 23.09.2021, 13:26 Uhr

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