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Enerige & Management > Baden-Württemberg - Fortschritte fast nur beim Photovoltaik-Zubau
Quelle: Fotolia / Martina Berg
BADEN-WÜRTTEMBERG:
Fortschritte fast nur beim Photovoltaik-Zubau
Die Bruttostromerzeugung in Baden-Württemberg ist im Jahr 2020 drastisch zurückgegangen. Die erneuerbaren Energien können leicht zulegen, vor allem die Photovoltaik liegt im Plus.
 
Wegen der Stilllegung des Kernkraftwerks Philippsburg im Jahre 2019 ist die Bruttostromerzeugung im Ländle 2020 um 22 % auf 44,4 Mrd. kWh gesunken. Ende 2022 geht mit dem Gemeinschaftskraftwerk II (GKN II) in Neckarwestheim bei Heilbronn der letzte Atommeiler im Land vom Netz. Dann werden noch weit mehr Stromimporte nötig sein.

Der Ausbau der Erneuerbaren kommt dagegen nur langsam voran: Ihr Anteil an der Stromerzeugung ist im Vorjahr um 2,4 % gestiegen, auf 18,2 Mrd. kWh. Immerhin liegen die regenerativen Energien bei der Brottostromerzeugung jetzt vor der Kernenergie mit 11,1 Mrd. kWh, und vor fossilen Energieträgern mit 15,1 Mrd. kWh. Herkömmliche Kraftwerke produzierten 2020 rund 17,6 Mrd. kWh weniger als im Vorjahr.

Dramatisch gestiegen sind logischerweise die Stromimporte. Sie betragen jetzt 26,1 Mrd. kWh und liegen damit um 74,7 % über den Werten von 2019. Sowohl Brottostromerzeugung (-22,2 %) als auch Bruttostromverbrauch (-2,2 %) sind im vergangenen Jahr zurückgegangen. Diese Zahlen listet die Broschüre „Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2020“ auf, die jährlich vom Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung im Auftrag des Landes erstellt wird.

Walker: Brauchen eine nie dagewesene Dynamik

„Die neuesten Daten zeigen, dass wir bei der Energiewende nicht so schnell vorankommen, wie wir uns das vorstellen und es vor allem auch mit Blick auf die Klimaziele notwendig wäre. Wir brauchen in den nächsten Jahren eine nie da gewesene Dynamik auf allen Ebenen“, sagte die grüne Umweltministerin Thekla Walker dazu in Stuttgart. „Wir dürfen keine weitere Zeit verlieren und müssen jetzt massiv den Ausbau der regenerativen Energien voranbringen, um die schädlichen Treibhausgasemissionen drastisch zu drücken.“ Vor allem im Wärme- und Verkehrssektor gelte es, Verbesserungen zu erreichen.

Zwar sei der Anteil der erneuerbaren Energien insgesamt an der Bruttostromerzeugung sprunghaft auf 41 % gegenüber 31 % im Jahre 2019 gestiegen, so die Ministerin. Im Wesentlichen aber nur durch den starken Rückgang der Bruttostromerzeugung. „Die Task Force Erneuerbare Energien ist daher dringend notwendig, die wir in der vergangenen Woche beschlossen haben“, hob Walker hervor. Nur so ließen sich unter anderem die Genehmigungsverfahren für den Bau von Windenergieanlagen beschleunigen.

Der Windkraft-Zubau fiel 2020 mit zehn Anlagen und einer Leistung von 32 MW eher bescheiden aus. Insgesamt stehen in Baden-Württemberg 1.572 MW Windkraft-Stromleistung zur Verfügung.

Die Broschüre enthalte aber auch hoffnungsvolle Zahlen, betonte die Ministerin. So habe die Stromerzeugung aus Windenergie 2020 einen Zuwachs von 41 Mio. kWh und aus Photovoltaik von mehr als 600 Mio. kWh zu verzeichnen. Die Photovoltaik verteidigt mit einem Zubau von 616 MW im Jahr 2020 einen Spitzenplatz in der Bundesrepublik. Das ist der stärkste Leistungszubau seit 2012 und bedeutet eine Steigerung um 35 % gegenüber 2019.

Die Broschüre Erneuerbare Energien in Baden-Württemberg 2020    lässt sich auf der Internetseite des Umweltministeriums herunterladen.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Mittwoch, 10.11.2021, 08:48 Uhr

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