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Enerige & Management > Photovoltaik - Forschungspartner engagieren sich für Agri-PV
Quelle: Fraunhofer ISE
PHOTOVOLTAIK:
Forschungspartner engagieren sich für Agri-PV
An einem Leitbild für den Einsatz von Agri-Photovoltaik (Agri-PV) in Deutschland arbeitet Fraunhofer ISE zusammen mit Partnern im Forschungsprojekt "SynAgri-PV".
 
Nach dem Willen der Bundesregierung soll bereits bis 2030 der Anteil erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch auf mindestens 80 % steigen. Für einen zügigen Ausbau der regenerativen Anlagen sind große Flächen nötig − für Deutschland eine knappe Ressource, zumal die Flächen auch für die Produktion von Nahrungsmitteln benötigt werden. Eine Antwort darauf könnte der Einsatz von Agri-PV sein.

In dem jüngst gestarteten und auf drei Jahre angelegten Projekt "SynAgriPV" arbeiten die Forschungspartner an einem gesellschaftlichen Leitbild für die Agri-PV, in das möglichst alle relevanten Akteure einbezogen werden sollen. Unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE und dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) soll eine Evaluation des wissenschaftlichen, rechtlichen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Status-Quo der Agri-PV stattfinden. Neben den Projektkoordinatoren zählen folgende Partner zum Projekt:
  • Bosch&Partner GmbH
  • Elysium Solar GmbH
  • Fabian Karthaus, Landwirtschaftsbetrieb (assoziierter Partner)
  • Hofgemeinschaft Heggelbach, Landwirtschaftsbetrieb (assoziierter Partner)
  • Institut für Landschaft- und Pflanzenökonomie der Universität Hohenheim
  • Rechtsanwaltskanzlei Becker Büttner Held (BBH)
  • Stiftung Umweltenergierecht
Das nun gestartete Forschungsprojekt "SynAgri-PV" steht für "Synergetische Integration der Photovoltaik in die Landwirtschaft als Beitrag zu einer erfolgreichen Energiewende – Vernetzung und Begleitung des Markthochlaufs der Agri-PV in Deutschland". Es wird vom Bundesforschungsministerium gefördert. Das Forschungskonsortium sieht in der Agri-PV eine "vielversprechende Lösung und gleichzeitig eine Chance sowohl für die Landwirtschaft als auch die Energiewende", wie aus einer Mitteilung des Projektpartner BBH hervorgeht. 

Vorbeugen von Fehleinschätzungen durch Austausch

Die noch sehr geringe Anzahl an Agri-PV-Projekten auf deutschem Boden begründet die Kanzlei mit den bestehenden rechtlichen Rahmenbedingungen, fehlenden Anreizsystemen und vergleichsweise aufwendigen Genehmigungsprozessen. Zudem befürchten die Rechtsberaterinnen und -berater Akzeptanzprobleme innerhalb der jeweils ansässigen Bevölkerung, die sich um die Landschaftsattraktivität sorgt.

Ziel des Forschungsprojektes sei es, "verbleibende Hemmnisse für die Agri-PV im Rechtsrahmen zu identifizieren", erklärt BBH-Partner und Erneuerbare-Energien-Experte Jens Vollprecht. Es gelte jetzt Lösungsansätze zu deren Beseitigung zu entwickeln. 

Laufende Pilotanlagen, wie etwa die der Hofgemeinschaft Heggelbach in Herdwangen-Schönach (Landkreis Sigmaringen) in Baden-Württemberg (wir berichteten), sollen begleitet und miteinander vernetzt werden. In zu schaffenden Beteiligungsformaten sollen die gewonnenen Erkenntnisse ausgewertet, aufbereitet und der breiten Öffentlichkeit und Politik zugänglich gemacht werden. Die Partner wollen eine Plattform für den Wissens- und Erfahrungsaustausch im Bereich der doppelten Landnutzung etablieren. Fehleinschätzungen soll so vorgebeugt und das Potenzial der Agri-PV für die Landwirtschaft und Energiewende optimal ausgeschöpft werden.

Hintergrund zur Agri-PV

Die Technologie steht für die kombinierte Produktion von regenerativem Strom und Nahrungsmitteln auf derselben Fläche.

Es handelt sich um eine vergleichsweise neue Form der Landnutzung, die in Deutschland noch nichts sehr verbreitet ist. Die Module von Agri-PV-Anlagen sind im Vergleich zu herkömmlichen Freiland-PV-Anlagen hoch aufgeständert und ermöglichen so die Unterfahrt von Landmaschinen. Damit ist es möglich, die PV-Leistung stark auszubauen und dabei dennoch Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung zu erhalten.

Aufgrund der teilweisen Verschattung durch die PV-Module bietet diese doppelte Landnutzung das Potenzial, neben der Energieerzeugung auch Kulturpflanzen vor starken Umwelteinflüssen wie etwa Hagel oder intensiver Sonnenstrahlung zu schützen. Mithilfe der Verschattung reduziert sich zudem auch die Verdunstung von Wasser und das Austrocknen der Böden wird abgemildert.
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Dienstag, 02.08.2022, 14:33 Uhr

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