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Enerige & Management > Stromspeicher - Forscher und Branche warnen vor Zögern bei Speichern
Bild: Fotolia.com, Dark Vectorangel
STROMSPEICHER:
Forscher und Branche warnen vor Zögern bei Speichern
Bei der Photovoltaik hat erst die Markteinführung für eine drastische Senkung der Kosten gesorgt. Auf einen ähnlichen Effekt hoffen jetzt auch die Anhänger von Batterie- und anderen Speichern. 
 
Forscher und Vertreter der Energiebranche haben die Bundesregierung davor gewarnt, das Thema Energiespeicher zu verschlafen. „Die Geschichte der Photovoltaik zeigt, dass das beste Programm, um die Kosten einer Technologie zu senken, der Markt selber ist“, sagte Professor Eicke Weber, der das Fraunhofer Institut für solare Energiesysteme leitet und Präsident des Bundesverbands Energiespeicher ist. Es sei richtig, jetzt mit Speichern in den Markt zu gehen und nicht nur allein auf Forschung und Entwicklung zu setzen. Weber spielte damit darauf an, dass die Kosten für Photovoltaikanlagen durch den Anstoß einer Massenproduktion als Folge der EEG-Förderung in Deutschland in den vergangenen zehn Jahren extrem gesunken sind. Auch die Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), Hildegard Müller, plädierte dafür, das Speicherthema nicht zu sehr in die Zukunft zu verschieben. Beide sprachen anlässlich der Eröffnung der Fachmesse „Energy Storage Europe“ in Düsseldorf.

Weber und Müller reagierten damit auf die Äußerungen des Bundeswirtschaftsministeriums auf der gleichen Veranstaltung, wonach Stromspeicher zunächst nicht in größerem Umfang für das Stromsystem nötig seien und jetzt vor allem die Senkung der Speicherkosten durch Forschung und Entwicklung notwendig sei. BDEW-Hauptgeschäftsführerin Müller machte deutlich, dass nach Ansicht der Branche der Einsatz von Energiespeichern sehr wohl notwendig sei. „Ich teile die Einschätzung des Bundeswirtschaftsministeriums nicht. Es gibt Handlungsbedarf“, sagte Müller: „Wir sind der Auffassung, dass Energiespeicher einen ganz wesentlichen Beitrag zur Energiewende leisten.“ In jedem technischen Bereich sei die Markteinführung ein wichtiger Schritt zum Erfolg. Müller betonte auch, dass Speicher keine Letztverbraucher seien. Deshalb sei es falsch, sie mit Netzentgelten zu belasten. Die derzeitigen Regelungen führten dazu, dass sie für die Stabilisierung der Netze, zu der sie beitragen, auch noch bezahlen müssten. Derzeit würde der Einsatz schon existierender Speicher durch die sich wandelnden Bedigungen auf dem Energiemarkt unrentabel: „Wir diskutieren die Stilllegung effizienter Energiespeicher in einer Zeit, in der der Bedarf nach genau solchen Flexibilitätsoptionen stetig steigt.“
 

Timm Krägenow
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Dienstag, 10.03.2015, 08:36 Uhr

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