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Enerige & Management > Wasserstoff - Förderung für Stuttgarter Wasserstoffpipeline bewilligt
Quelle: iStock / Frank Harms
WASSERSTOFF:
Förderung für Stuttgarter Wasserstoffpipeline bewilligt
Mit dem jetzt erteilten Förderbescheid über elf Millionen Euro kann die Bauplanung der Wasserstoffpipeline zwischen Esslingen und Stuttgart beginnen.
 
Das baden-württembergische Umweltministerium und die EU haben die Förderung der Wasserstoff-Pipeline zwischen Esslingen und Stuttgart bewilligt. Das teilten die beteiligten Unternehmen mit. Im Rahmen des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE-Programm “Modellregion Grüner Wasserstoff”) stehen nun elf Millionen Euro zur Verfügung, weitere neun Millionen Euro Förderung erhalten die am Projekt beteiligten Stadtwerke Stuttgart (SWS) und Esslingen am Neckar.

In der Modellregion “H2 GeNeSiS” soll ein ausgedehntes Verteilernetz, ein sogenannter “H2-Marktplatz”, entlang einer reinen Wasserstoff-Pipeline entstehen. Der Verlauf ist zwischen Esslingen und Stuttgart geplant. Erzeuger und Anwender sollen sich dabei “perlenkettenartig” entlang des linearen Pipelinenetzes am Neckar aufreihen. Angedachte Anwender sind beispielsweise Quartiere, industrienahe Unternehmen und die Mobilität.

Ziel des Projektes, an dem neben den Stadtwerken Stuttgart und Esslingen auch die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart GmbH (WRS), das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung Baden-Württemberg (ZSW) und das Steinbeis-Innovationszentrum energieeffiziente und emissionsfreie Technologien (SIEET) beteiligt sind, ist der der Nachweis, “dass eine Wasserstoffwirtschaft in Baden-Württemberg wirtschaftlich tragfähig, gesellschaftlich akzeptiert und ökologisch sinnvoll konzipiert und betrieben werden kann”.

Bau und Betrieb durch Stadtwerke

Die Stadtwerke Esslingen sollen dabei die Vorplanung der Pipeline, den Bau und den Betrieb übernehmen und außerdem Industriepartner sowie ein Wohngebiet als Klimaquartier mit Wärmeanwendung von H2 einbinden. Darüber hinaus sollen die Esslinger eine Wasserstofftankstelle bauen und betreiben.

Die Stadtwerke Stuttgart bauen den Planungen zufolge die Pipeline in ihrem Stadtgebiet und stellen über diese Grünen Wasserstoff zur Verfügung. Auch einen Elektrolyseur mit einer Leistung von mindestens 1,25 MW sowie einen Batteriespeicher zur Flexibilisierung der Wasserstofferzeugung mit einer Kapazität von 1,25 MWh sollen die Stuttgarter Stadtwerke bereitstellen, darüber hinaus noch Erzeugungskapazitäten für Ökostrom aus Photovoltaikanlagen auf Stuttgarter Gemarktung mit einer Zielgröße von 1,5 MW Leistung. Zusätzliche Mengen Ökostrom für die Elektrolyse sollen die Stuttgarter Stadtwerke über Power-Purchase-Agreements (PPA) beschaffen. Auch die Integration des Forschungselektrolyseurs “made in Baden-Württemberg” ist Aufgabe der SWS.

Ausbau bereits jetzt angedacht

"Die Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie bietet für die Region Stuttgart sehr gute Möglichkeiten, den Strukturwandel und die damit einhergehende Transformation der Automobilindustrie positiv zu beeinflussen und neue Akzente zu setzen. Es entstehen nicht nur neue Arbeitsplätze, die Region Stuttgart bleibt damit auch Vorreiterin für neue Technologien und ein Standort zukunftsweisender Forschung und Entwicklung", sagt Dr. Walter Rogg, Geschäftsführer der WRS, die "H2 GeNeSiS" als Konsortialführer koordiniert. "Bereits heute ist absehbar, dass die geplante Pipeline wegen der hohen Nachfrage im weiteren Verlauf ausgebaut wird", so Rogg.

Mit dem Zugang des Förderbescheides kann nun die Bauplanung beginnen. In Betrieb gehen soll die Pipeline im Jahr 2024, das Förderprojekt läuft bis zum 31.12.2026.
 

Katia Meyer-Tien
Redakteurin
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Montag, 04.07.2022, 14:56 Uhr

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