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Enerige & Management > Wärmenetz - Flensburg setzt auf Großwärmepumpen
Quelle: Fotolia / Detlef
WÄRMENETZ:
Flensburg setzt auf Großwärmepumpen
Die Stadt Flensburg will am Ostufer des Flensburger Hafens ein Neubau- und Sanierungsgebiet für mehrere tausend Menschen erschließen. Die Wärmeversorgung soll klimaschonend erfolgen.
 
Im Bereich „Hafen-Ost“ sind nicht nur rund 1.000 Wohneinheiten geplant, sondern auch die Ansiedlung von Gewerbe. Im Rahmen einer Studie wollen die Stadtwerke Flensburg untersuchen, wie großtechnische Wärmepumpen am Klärwerk des Technischen Betriebszentrums (TBZ) in die Versorgung des Quartiers eingebunden werden können. Dazu soll die Abwärme aus dem gereinigten Abwasser des Klärwerks genutzt werden.

Ziel ist eine nahezu vollständig CO2-freie Fernwärmeversorgung des gesamten Erschließungsgebietes, wie es in einer Mitteilung der Stadtwerke heißt. Das Wärmenetz soll dafür als Wärmeinsel mit Niedertemperaturnetzbetrieb im Bereich von 55 Grad Vorlauf- und 35 Grad Rücklauftemperatur realisiert werden.

Dass das Projekt Zukunft hat, davon ist Geschäftsführer Dirk Wernicke überzeugt: Dieser innovative Ansatz könne, bei entsprechenden Studienergebnissen, ein Baustein auf dem Weg zur Dekarbonisierung werden.

Laut einer Vorstudie liegt der gesamte Leistungsbedarf des neuen Baugebietes bei maximal 8 MW und der Wärmebedarf für das Erschließungsgebiet bei etwa 15 Mio. kWh pro Jahr. Zum Vergleich: Das Flensburger Heizkraftwerk hat eine maximale Heizleistung von 375 MW, der Flensburger Wärmeabsatz liegt bei rund 950 Mio. kWh pro Jahr.

Karsten Müller-Janßen, Geschäftsbereichsleiter Anlagenbau und Projekte bei den Stadtwerken, kann sich, bei entsprechenden Ergebnissen in diesem Projekt, vorstellen, dass sich Großwärmepumpen generell in die Flensburger Wärmeerzeugung einbinden lassen.

Die Studie führen die Stadtwerke nicht alleine durch. Die Hochschule Flensburg wird sie wissenschaftlich begleiten. Weiter einbezogen sind das TBZ mit dem Klärwerk, der Sanierungsträger „IHRSan“ und die Flensburger Stadtplanung, die für die Erschließung der Hafen-Ostseite verantwortlich sind.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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