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Enerige & Management > Windkraft Onshore - Flaute bei Windkraftausbau hält an
Bild: Fotolia/Felix brönnimann
WINDKRAFT ONSHORE:
Flaute bei Windkraftausbau hält an
Im ersten Halbjahr 2020 ging bei der Windenergie an Land gerade eine Nettoleistung von 528 MW neu in Betrieb - der zweitschwächste Wert in den letzten 15 Jahren. 
 
Der Windkraftausbau hierzulande dümpelt weiter vor sich – und zwar auf einem sehr niedrigen Niveau: Nach einer vorläufigen Analyse der Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) gingen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 186 Windenergieanlagen mit einer Bruttoleistung von 587 MW in Betrieb. Abzüglich von 66 meist kleinerer Windturbinen, die abgebaut wurden, bleibt ein Nettozubau von 528 MW.

Die Zahlen basieren auf einer Auswertung des Marktstammdatenregisters, das die Bundesnetzagentur betreut: „Der diesjährige Sechsmonatszubau ist nach dem ersten Halbjahr 2019 das zweitschwächste Zubau-Halbjahr innerhalb der letzten 15 Jahre“, ordnet FA Wind-Fachmann Jürgen Quentin die Zahlen ein, „nur im Jahr 2005 gab es im ersten Halbjahr einen noch schwächeren Zubau.“
 
Noch nicht in der jüngsten Zubaustatistik enthalten: Münchens zweite Windenergieanlage, deren Rotorblattflügel diese Woche in München angeliefert worden sind.
Bild:Stadtwerke München

Eine Trendwende ist für Quentin nicht in Sicht: Er rechnet für dieses Jahr mit einem Bruttozubau bis zu 1.400 MW. Die Windenergieverbände hatten jüngst etwa 1.300 MW prognostiziert. Ende Juli werden sie ihre Halbjahresbilanz präsentieren.

Dass nach wie vor Flaute beim Windkraftausbau an Land herrscht, hängt mit der niedrigen Zahl von Genehmigungen für neue Windparks zusammen: „Auch wenn deren Zahl im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 wieder gestiegen ist, liegt der aktuelle Halbjahreswert mehr als 40 Prozent unter dem, was etwa in den Halbjahren 2014 bis 2016 durchschnittlich genehmigt wurde“, hat FA Wind-Experte Quentin errechnet.

Für diese Misere macht die grüne Bundestagsfraktion Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) verantwortlich. Aus Sicht der Grünen verschleppt sein Ministerium die bereits im vergangenen September mit der Windindustrie und ihren Verbänden vereinbarten Maßnahmen, um den Bau neuer Windturbinen wieder in Schwung zu bringen. „Noch nicht einmal einfachste Maßnahmen aus diesem 18-Punkte-Aufgabenplan, wie die Anpassung der Vorgaben für die Flugsicherung, werden vorangetrieben“, bemängelt Julia Verlinden, energiepolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, gegenüber dpa. „Die Untätigkeit und Sabotage an der Energiewende durch die Union und ihrem sogenannten Energieminister wird zukünftige Generationen teuer zu stehen kommen.“

Nachdem zuletzt der dänische Vestas-Konzern die meisten Windturbinen hierzulande ans Netz bringen konnte, hat bei den Herstellern nach den ersten sechs Monaten die Enercon GmbH aus dem ostfriesischen Aurich die Nase wieder vorne. Nach dem ersten Halbjahr kommt die langjährige Nummer eins auf dem heimischen Windmarkt auf einen Marktanteil von 34,5 %, dann folgt Vestas mit 31,8 %. Auf Rang drei liegt Nordex mit einem Marktanteil von 15,9 Prozent.

In den ersten sechs Monaten konnten Brandenburg (96,4 MW), Sachsen-Anhalt (81,6 MW) und Nordrhein-Westfalen (73,0 MW) den größten Windkraftzubau unter den 16 Bundesländern verzeichnen.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 16.07.2020, 13:25 Uhr

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