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Enerige & Management > Klimaschutz - Finanzierung von Emissionsminderungen verhandeln
Quelle: Fotolia / malp
KLIMASCHUTZ:
Finanzierung von Emissionsminderungen verhandeln
Mit Blick auf die anstehende COP 27 in Sharm el Sheikh diskutierten Forschende am 11. ​Oktober in Berlin die globalen Dimensionen von Klimaschutzrecht und -politik auf einer Ike-Tagung.
 
Die Jahrestagung des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität (Ikem) fand am 11. Oktober in Berlin statt. Vorträge renommierter Forscherinnen und Forscher und der Austausch mit Politikern und Praktikern verdeutlichten die Bedeutung der anstehenden Klimaverhandlungen für den globalen Klimaschutz.

Ikem-Direktor Prof. Michael Rodi blickte voraus auf die Folgekonferenz der Weltklimakonferenz COP 27 in Sharm el Sheikh: "Die ägyptische Regierung hat die praktische Umsetzung des Pariser Übereinkommens und des auf dieser Grundlage entwickelten Regelwerks in den Mittelpunkt ihrer Präsidentschaft gestellt. Das ist zu begrüßen, denn selbst ein guter Rechtsnahmen ist nichts wert, wenn er nicht umgesetzt wird."

Ägypten könne sich mit Fortschritten bei der Frage von Klimafinanzierung Verdienste erwerben. „Sharm el Sheikh mit seiner Lage in Afrika und im Globalen Süden ist sicherlich auch der richtige Ort, um das Thema `loss and damages‘ zu adressieren", sagte Rodi. Die Herausforderungen der Klimakrise könne die Welt nur überwinden, wenn alle an einem Strang ziehen und gleichzeitig die ganze Vielfalt möglicher Lösungsstrategien für die lokale Umsetzung wertschätzen.

"Internationale Forschungskooperationen wie die Zusammenarbeit des Ikem mit den Universitäten in Alicante (Spanien), Glasgow (Schottland), Vaasa (Finnland) und Sao Paulo (Brasilien), Charkiw (Ukraine) sowie dem MIT (USA) können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten", sagte Rodi. Auf der Tagung wurden rechtswissenschaftliche Fachbeiträge zum internationalen Klimarahmen und aktuelle Einschätzungen zur internationalen Klimapolitik in Zeiten von Krieg und Krisen gehalten.
 
Bei der Ikem-Jahrestagung am 11. Oktober 2022 in Berlin.
Quelle: Ikem

Ikem-Geschäftsführerin Susan Wilms erklärt dazu: "Der Input aller Vortragenden hat noch einmal verdeutlicht, dass wir das 1,5-Grad-Ziel nur erreichen, wenn die Ambitionen der einzelnen Länder zur Emissionsreduktion stetig ausgebaut werden, die Zielerreichung unabhängig überwacht wird und die Zivilgesellschaft umfassend einbezogen wird." Die Vorträge und Diskussionen auf der Jahrestagung bilden auch die Grundlage für die Präsenz des Ikem bei der diesjährigen COP.

Das Institut lege einen Schwerpunkt auf den Umgang mit Rechtsstreitigkeiten im Kontext des Klimaschutzes. "Während Klimaklagen bereits gezeigt haben, wie wichtig Gerichtsverfahren für den Klimaschutz sein können, sind außergerichtliche Streitbeilegungsverfahren wie die Schiedsgerichtsbarkeit und die Mediation noch nicht etabliert", sagte Wilms. "Mit unserem Side-Event bei der COP setzen wir nicht nur inhaltliche Impulse, sondern schaffen auch Aufmerksamkeit für diese Verfahren, die den Klimaschutz der nächsten Jahrzehnte prägen werden", prognostizierte sie.

Die Ikem-Jahrestagung umfasste Beiträge von:
  • Prof. Dr. Christina Voigt (Universität Oslo)
  • Dr. Kathleen Pauleweit (IKEM)
  • Dr. Michael Kalis (IKEM/IFZO/Universität Greifswald)
  • Kate McKenzie (Climate Change Litigation Initiative)
  • Prof. Dr. Stephan Breidenbach (New School of Law)
  • Lea Main-Klingst (Client Earth)
  • Dr. Camilla Bausch (Ecologic Institute)
  • Aylin Shawkat (Agora Energiewende)
  • Alexandra Goritz (Germanwatch)
  • Karim Mazrou (Botschaft der Arabischen Republik Ägypten)
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 13.10.2022, 08:50 Uhr

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