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Enerige & Management > Wärmenetz - Fernwärmeversorgung in Nürnberg nun "dauerhaft" sicher
Bild: Fotolia, Detlef
WÄRMENETZ:
Fernwärmeversorgung in Nürnberg nun "dauerhaft" sicher
N-Ergie hat den Aufbau eines Fünf-Megawatt-Aggregats abgeschlossen, um die Versorgung mit Fernwärme vor Ort nach dem Ausfall des Gaskraftwerks Franken I dauerhaft sicherzustellen.
 
Die beiden Nürnberger Stadtteile Gebersdorf und Röthenbach sind "nun dauerhaft sicher" mit Fernwärme versorgt − auch ohne das nach einem Brand ausgefallene Großkraftwerk Franken. Dies teilt der Versorger N-Ergie mit. Seit dem 12. Februar hatten Monteure der N-Ergie an der Installation einer 5-MW-Wärmeerzeugungsanlage gearbeitet und sie sicher in Betrieb genommen. Nun speist die Anlage direkt in das Fernwärmenetz der N-Ergie ein, wie es aus Nürnberg heißt.

Die große Heizeinheit war via Schwertransport vom Essener Steag-Konzern nach Nürnberg geliefert worden. Mit ihrer können nun einige der kleineren mobilen Einheiten, die unter anderem von anderen Stadtwerken zur Verfügung gestellt worden waren, in den kommenden Tagen wieder abgebaut werden.

Versorger überwältigt von Solidarität

In der Regel nimmt die Installation einer Wärmeerzeugungsanlage dieser Größe nicht ein paar Tage, sondern mehrere Wochen in Anspruch, so der Versorger. Stolz über diese Leistung seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigt sich Josef Hasler, Vorstandsvorsitzender der N-Ergie: "Die vergangene Woche hat deutlich gezeigt, dass wir auch unter widrigsten Umständen unseren Auftrag der Daseinsvorsorge erfüllen. Bei Eiseskälte hat jeder alles gegeben, um die Häuser der Menschen in Röthenbach und Gebersdorf warmzuhalten."

Die Solidarität, die Nürnberg von anderen Stadtwerken und seitens der Anwohner entgegengebracht worden war, überwältige ihn. "Die vielfältigen Unterstützungsangebote haben uns unglaublich geholfen", so Hasler. Wie berichtet, hatten unter anderem die Stadtwerke München drei große Heizgeräte mit einer Leistung von zusammen 6 MW samt Aufbau- und Bedienmannschaften in die Frankenmetropole bringen lassen. Auch vom Bayernwerk kam Hilfe in Form von drei Anlagen mit jeweils rund 500 kW Leistung. 
  Inbetriebnahme von Block 1 nicht absehbar

In den Nürnberger Stadtteilen Röthenbach und Gebersdorf war es am 8. Februar zu einem Ausfall in der Fernwärmeversorgung gekommen. Grund war der Brand im unteren Kesselhaus des Block 1 im Kraftwerk Franken, das neben 380 MW elektrisch auch 30 MW thermisch zur Verfügung stellt. Die Stadt Nürnberg hatte darauf hin den Katastrophenfall ausgerufen, da 15.000 Menschen betroffen waren.

Wie der Kraftwerksbetreiber Uniper bereits bekannt gegeben hat, wird es keine schnelle Wiederinbetriebnahme des schwer beschädigten Kraftwerks geben, da die Dampfleitung durch den Brand stark beschädigt worden ist. Laut Uniper wird sie schwer zu ersetzen sein und die Reparatur lange dauern. Das Feuer habe mit sehr hohen Temperaturen gewütet. Wie Augenzeugen berichteten, waren die Flammen in der Anlage in eine Höhe bis 80 Meter vorgedrungen. Als Ursache wird ein technischer Defekt angenommen. Der Block II, der nur Strom liefert, konnte zwischenzeitlich wieder ans Netz angeschlossen werden.
 
Anlieferung des 5-MW-Aggregats beim Nürnberger Kraftwerk Franken I
Bild: N-Ergie
 

Davina Spohn
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