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Enerige & Management > Klimaschutz - Extremwetter verursachten seit 1980 eine halbe Billion Euro Schaden
Quelle: Shutterstock / Romolo Tavani
KLIMASCHUTZ:
Extremwetter verursachten seit 1980 eine halbe Billion Euro Schaden
Zwischen 1980 und 2020 kam es in 32 europäischen Ländern durch Stürme und Hochwasser zu Schäden in Höhe von einer halben Billion Euro, berichtet die Europäische Umweltagentur (EEA).
 
Extreme Wetterereignisse wie Stürme, Hitzewellen und Überschwemmungen verursachten in den vergangenen 40 Jahren wirtschaftliche Schäden in Höhe von rund einer halben Billion Euro und forderten europaweit zwischen 85.000 und 145.000 Menschenleben. Dies ist das Ergebnis einer Analyse der Europäischen Umweltagentur (EEA). Weniger als ein Drittel dieser Schäden war versichert, heißt es in der Veröffentlichung vom 3. Februar. Sie bezieht die 27 EU-Länder sowie die Schweiz, Norwegen, Island, Liechtenstein und die Türkei ein und rechnet auf Basis von Preisen des Jahres 2020.

Ziel des EEA-Briefings und -Indikators sei es, mehr datenbasierte Informationen über die Auswirkungen extremer Wetterereignisse und klimabedingter Gefahren wie Hitzewellen, Starkniederschläge und Dürren bereitzustellen. Diese Ereignisse, die aufgrund des Klimawandels voraussichtlich zunehmen werden, verursachen bereits jetzt erhebliche wirtschaftliche Schäden und Todesfälle. Die Überwachung der Auswirkungen solcher Ereignisse sei wichtig, damit politische Entscheidungsträger die Anpassung an den Klimawandel und Maßnahmen zur Reduzierung des Katastrophenrisikos verbessern können, so die Agentur.

Klima-Anpassungsstrategie entwickeln

Die Anpassungsstrategie der EU zielt darauf ab, Widerstandsfähigkeit gegen Extremereignisse aufzubauen und sich besser auf Risiken vorzubereiten. Die Schließung der Klimaschutzlücke durch eine Erhöhung des Versicherungsschutzes könne eines der wichtigsten Instrumente des Finanzrisikomanagements sein, um die Fähigkeit der Gesellschaft zu verbessern, sich von Katastrophen zu erholen. Die EU-Mitgliedstaaten reagierten laut EEA auch, indem sie nationale Anpassungsstrategien einführen, einschließlich nationaler, regionaler und sektoraler Klimarisikobewertungen.

Europa ist jedes Jahr und in allen Regionen Europas mit wirtschaftlichen Verlusten und Todesfällen durch Wetter- und Klimaextreme konfrontiert. Die wirtschaftlichen Auswirkungen dieser Ereignisse seien jedoch von Land zu Land sehr unterschiedlich, so die Bewertung der EEA. In absoluten Zahlen wurden die höchsten wirtschaftlichen Verluste im Zeitraum 1980-2020 in Deutschland registriert, gefolgt von Frankreich und Italien. "Einen Vorwurf kann man einzelnen Staaten jedoch nicht machen, weil ein hoher Zufallsfaktor besteht", unterstrich Wouter Vanneuville, Klimawandelexperte bei der EEA.

Einen klaren Trend zu höheren Schadenszahlen in Europa leite er darum aus der Analyse im Moment nicht ab. Man rechne mit der Zeit aber mit einem Anstieg, auch weil sich mehr wirtschaftliche Vermögenswerte in flutanfälligen Küstengebieten befänden, sagte Vanneuville. Alle EU-Mitgliedstaaten hätten mittlerweile Anpassungsstrategien oder -pläne. Der Klimawandel sei real, aber viele Maßnahmen zeigten bereits Wirkung, so der Experte. Da es keine EU-Daten gibt, stützte sich die Analyse auf die Datenbanken des Münchners Rückversicherers Munich Re und der in Karlsruhe ansässigen Denkfabrik Risklayer.

Zu wenig Versicherungsschutz

Die höchsten Verluste pro Kopf wurden in der Schweiz, Slowenien und Frankreich verzeichnet, und die höchsten Verluste pro Gebiet in der Schweiz, Deutschland und Italien, so die EEA. Nur rund 23 % der Gesamtschäden waren versichert, obwohl dies auch zwischen den Ländern sehr unterschiedlich war, von 1 % in Rumänien und Litauen bis zu 56 % in Dänemark und 55 % in den Niederlanden.

Die Bewertung ergab auch, dass die überwältigende Zahl der Todesfälle – mehr als 85 % in den 40 Jahren – auf Hitzewellen zurückzuführen war. Die Hitzewelle von 2003 verursachte den Daten zufolge die meisten Todesfälle und machte zwischen 50 und 75 % aller Todesfälle durch wetter- und klimabedingte Ereignisse in den vergangenen vier Jahrzehnten aus. Ähnliche Hitzewellen nach 2003 verursachten eine deutlich geringere Zahl von Todesopfern, da Anpassungsmaßnahmen in verschiedenen Ländern und von verschiedenen Akteuren ergriffen wurden.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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