• SMA Solar stattet australisches PV-Kraftwerk aus
  • Chefwechsel in Schnaudertal
  • Erneuerbare Energien als Chance für die Braunkohleregionen
  • Keine Festlegung auf Elektro-Laster
  • Kohlekommission vor schwierigem Spagat
  • Steffen Maiwald wechselt zu den Stadtwerken Trier
  • Jetzt E&M als ePaper lesen!
  • Terra E lebt weiter
  • Deutsche Haushalte mit Anschluss ans Glasfasernetz (FTTH/B)
  • Zusammenfassung der deutschen Tagesmeldungen vom 14. November
Bild: Oliver Boehmer, Fotolia
EMISSIONSHANDEL:
Experten sehen CO2-Preis bei 40 Euro
Ein aktueller CO2-Preis von mehr als 20 Euro hat Diskussionen darüber entfacht, wie weit es noch nach oben gehen könnte und was das für die Energiewirtschaft insgesamt bedeuten würde.
 
Die Zertifikate im CO2-Handel kosten derzeit mehr als 20 Euro pro emittierter Tonne. Innerhalb eines Jahres hat sich der Preis damit mehr als vervierfacht. Anfang September 2017 notierte er zeitweise noch bei weniger als 5 Euro. Marktteilnehmern zufolge hat die Preissteigerung vor allem mit dem reformierten europäischen Emissionshandel und der Marktstabilisierungsreserve zu tun: Zum einen werden ab 2021 die CO2-Gesamtemissionen jährlich um einen höheren Beitrag als bislang verringert, zum anderen können ab 2019 bis zu 25 % der Zertifikate aus dem Markt genommen werden.

Der aktuelle Höhenflug löst Spekulationen darüber aus, wie weit sich die Preisspirale noch in die Höhe drehen wird und ab welchem Punkt es zu einer deutlich beschleunigten Dekarbonisierung des Kraftwerksparks kommen könnte. Nach Einschätzung der Unternehmensberater der Enervis Energy Advisors GmbH aus Berlin ist es realistisch, dass es ab einem Preis von 35 Euro je Tonne CO2 „zu einer grundlegenden Verschiebung der Stromerzeugungsstrukturen und zu spürbar geringeren CO2-Emissionen im Kraftwerkspark“ kommt. Die britische Denkfabrik Carbon Tracker hält solche Preise für möglich und sieht sogar die Überschreitung der 40-Euro-Marke bis 2023 als realistisch an.

Ab 35 Euro pro Tonne CO2 würden sich, so schätzen die Enervis-Experten, GuD-Kraftwerke mit einem Wirkungsgrad von mindestens 55 % im Merit Order vor Steinkohlekraftwerke mit Wirkungsgraden von weniger als 39 % schieben. Sollten 40 Euro erreicht werden, könnten den Einschätzungen nach auch Kohlekraftwerke mit weniger als 42 % Effizienz betroffen sein. Diese Überlegungen basieren auf den aktuellen Gas- und Kohlenotierungen. Insgesamt könnte sich die Kohleverstromung so um mehr als 30 % verringern. Die Gesamtemissionen pro Jahr würden dann im Vergleich zu einem Referenzszenario mit angenommenen aktuellen CO2-Futures um 10 % absinken.

Enervis merkt jedoch an, dass kurz- und mittelfristig nichts für ein Erreichen der 40-Euro-Marke spreche. Damit widersprechen die Unternehmensberater der Einschätzung der Experten von Carbon Tracker. „Aktuelle Prognosen und Markteinschätzungen gehen davon aus, dass - trotz der angestoßenen ETS-Reformen - bis Ende der 2020er-Jahre ein Zertifikateüberschuss existiert“, erklärt Mirko Schlossarczyk von Enervis.
 

Jonas Rosenberger
Redakteur
+49 8152 9311-18
eMail
facebook
© 2018 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 30.08.2018, 13:21 Uhr

Mehr zum Thema