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Enerige & Management > Bilanz - EWE verliert weiter Gaskunden in Brandenburg
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
BILANZ:
EWE verliert weiter Gaskunden in Brandenburg
Der Energieversorger EWE muss in seiner Vertriebsregion in Ostdeutschland weiter Kundenverluste im Gasvertrieb durch Erfolge im Stromverkauf und im Dienstleistungsgeschäft ausgleichen.
 
Der Wettbewerb um Strom- und Gaskunden in der Geschäftsregion Brandenburg/Rügen des Oldenburger Energieversorgers EWE AG hält fast ungebrochen an. Die Zahl der Gaskunden des Unternehmens in dieser Region ist seit Sommer letzten Jahres von 125 000 auf knapp 120 000 gesunken. Damit erreicht ein seit etwa zehn Jahren anhaltender kontinuierlicher Kundenschwund seinen vorläufigen Tiefpunkt. Im Jahr 2007 hatte EWE in Ostbrandenburg und auf der Insel Rügen noch etwa 170 000 Kunden mit Gas versorgt. Das Unternehmen betreibt dort ein Netz mit 14 000 Kilometern Gasleitungen sowie 180 000 Hausanschlüssen und fungiert als Grundversorger für Gas.

EWE sei weiter bemüht, diese Verluste durch Erfolge im Strom- und Dienstleistungsgeschäft zu kompensieren, erläuterte bei der Jahrespressekonferenz für die Geschäftsregion Brandenburg/Rügen in Strausberg bei Berlin Ulrich Müller. Wie der EWE-Generalbevollmächtigte berichtete, hat das Unternehmen in den letzten zwölf Monaten die Zahl seiner Stromkunden in Brandenburg um 35 Prozent auf knapp 41 000 gesteigert.

Schon jetzt verkaufe man jedoch nicht nur Strom und Gas, sondern zunehmend auch Lösungen wie Wärme, Elektromobilität, Photovoltaikanlagen und Stromspeichersysteme für Hausbesitzer sowie Smart-Home-Pakete und Sicherheitsdienstleistungen rund ums Zuhause. Vom EWE-Stromspeichersystem EQOO für Wohnhäuser mit Photovoltaikanlagen seien in Brandenburg bereits 150 Stück verkauft worden – konzernweit sind es schon 2 500.

Wachsendes Interesse am Heizungscontracting

Auch beim „High-End-Produkt“ EWE Wärme plus, einem Heizungscontracting-Angebot für Wohnhäuser, seien steigende Kundenzahlen zu verzeichnen, zeigte sich Müller zufrieden. Knapp 3 400 Hausbesitzer lassen ihre Immobilien auf diesem Weg mit Heizenergie versorgen – vor zehn Jahren waren es gerade einmal 500.

EWE setze in Brandenburg und Rügen aber auch weiter auf Wärmelösungen mit modernen Energietechnologien. „Für uns ist der Ausbau hocheffizienter Kraft-Wärme-Kopplung ein Kern der Energiewende, an dem wir konsequent festhalten“, bekräftigte der EWE-Generalbevollmächtigte. EWE werde daher nach und nach Blockheizkraftwerke (BHKW) modernisieren. Im vergangenen Herbst seien große Anlagen in Eberswalde und Kavelstorf in Betrieb genommen worden, die nächste werde gerade in Binz auf Rügen gebaut. Das Unternehmen investierte dafür in den Jahren 2016 und 2017 rund 2,85 Mio. Euro. Weitere Modernisierungen seien für 2018 in Fürstenwalde und Seelow geplant. Insgesamt betreibt EWE 14 Blockheizkraftwerke und liefert damit Strom für 12 000 und Wärme für 10 000 Haushalte.

Als weitere Dienstleistung der Zukunft sieht Müller das Beleuchtungscontracting für Industriebetriebe und öffentliche Einrichtungen. Als Beispiele nannte er eine Beleuchtungsanlage für die Werkshallen der Hoffmeier Industrieanlagen GmbH in Rüdersdorf, die den Stromverbrauch erheblich reduziert.
 

Peter Focht
Redakteur
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Freitag, 22.09.2017, 16:28 Uhr

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