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Enerige & Management > E&M Vor 20 Jahren - EU will europäischen Energiemarkt ankurbeln
Bild: bild_ Christian Schwier_ shutterstock_1689023281
E&M VOR 20 JAHREN:
EU will europäischen Energiemarkt ankurbeln
Die Angst vor Engpässen und fehlende Netzverbindungen im europäischen Energiemarkt war auch schon vor 20 Jahren ein Thema.
 
Die damals zuständige EU-Energiekommissarin Loyola de Palacio stellte dazu in Brüssel 2001 einen entsprechenden Aktionsplan zur Verbesserung der Infrastruktur im Energiebereich vor, wie Michael Pecka berichtete.

„Unser Elektrizitätsnetz leidet in verschiedenen Teilen der Union unter chronischer Überlastung, die Engpässe verschärfen sich und einige Teile der Gemeinschaft sind immer noch ungenügend angebunden oder ganz isoliert“, erklärte de Palacio.
Nach den Worten der EU-Kommissarin wird die Versorgung der EU bislang nur zu 7 % durch grenzüberschreitenden Stromhandel abgedeckt. Ziel sei es, diesen Anteil auf mindestens 10 % zu erhöhen.

Kritische Engpässe im Strombereich gibt es laut de Palacio an der Grenze zwischen Frankreich und Spanien, zwischen Westdänemark und Deutschland, an den Grenzen Italiens und der Beneluxstaaten, zwischen Großbritannien und dem Kontinent sowie bei der Anbindung Griechenlands und Irlands.

Das Vorschlagspaket sieht deshalb EU-weit transparente Regeln für Engpassmanagement und Durchleitungsentgelte vor. Ein neuer Rechtsrahmen mit Investitionsanreizen sowie rund 20 Mio. Euro sollen die Erweiterung der Infrastruktur fördern. Darüber hinaus will die Kommission eine „politische Sensibilisierung und Mobilisierung für Fragen der Energie-Infrastruktur auf allen Ebenen“ einleiten.
Auch die europäischen Gasnetze will Brüssel ausbauen. De Palacio geht künftig von einem steigenden Bedarf an Erdgas in Europa aus - bei einer gleichzeitig zunehmenden Abhängigkeit von auswärtigen Energiequellen.

Deshalb erwartet die Kommission von den europäischen Gasnetzbetreibern bis April 2002 weitere Maßnahmen zur Erhöhung der Markttransparenz und von den Regulierungsbehörden einen gemeinsamen Entwurf zum Engpassmanagement und zu den Grenzdurchleitungstarifen.

In Deutschland müssten diese Vorschläge jedoch von den Verbänden kommen, die sich zu einer freiwilligen Vereinbarung entschlossen haben.

Im Strombereich verlangt die Kommission bis April 2004 Anregungen von den EU-Regulatoren und den Netzbetreibern. Bis Juli 2007 sollen die Netzbetreiber gemeinsame technische und administrative Interconnector-Standards vorschlagen. Bereits für 2003 ist die Verabschiedung eines Tarifsystems für die grenzüberschreitende Stromdurchleitung geplant.

De Palacio kündigte darüber hinaus an, in Zukunft härter gegen den Missbrauch bei der Festlegung der Netznutzungsentgelte durchzugreifen. Auch das Unbundling – die buchhalterische Trennung von einzelnen Geschäftsbereichen – müsse nach Auffassung der Energiekommissarin in einzelnen Mitgliedstaaten noch genauer eingehalten werden.

Von den zwölf so genannten vorrangigen Vorhaben, die der EU-Haushalt fördern möchte, soll auch Deutschland profitieren. So will die EU den Kapazitätsausbau zur Zusammenschaltung der Stromnetze zwischen Dänemark und Deutschland sowie die Vernetzung der Ferngasleitungen subventionieren.
 

Redaktion
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Sonntag, 21.03.2021, 10:21 Uhr

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