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Enerige & Management > Europaeische Union - EU setzt auf neue "industrielle Revolution"
Bild: Shutterstock, jorisvo
EUROPAEISCHE UNION:
EU setzt auf neue "industrielle Revolution"
Die Energiewende in Europa soll nach den Vorstellungen der EU-Kommission das Herzstück einer europäischen Industriepolitik werden.
 

Das Kollegium verabschiedete am 5. Mai die neue europäische Industriestrategie, mit der die EU ihre Vorherrschaft in der Klimatechnologie behaupten und den Anschluss an die digitale Entwicklung wiederfinden soll. Die milliardenschweren Programme zur Überwindung der Corona-Krise seien eine „einmalige Gelegenheit“ grenzüberschreitende Projekte in diesen beiden kritischen Bereichen durchzuführen, heißt es in einer Mitteilung.

Dabei sollen öffentliche Körperschaften und die private Wirtschaft zusammenarbeiten. Die Kommission werde sich unter anderem darauf konzentrieren, Synergien zwischen nachhaltigen und digitalen Projekten zu mobilisieren.

In den nächsten Monaten will die Kommission zahlreiche Rechtstexte vorlegen, mit denen die Energiewende regulatorisch und finanziell unterstützt und flankiert werden soll. Die Union definiere damit die Rahmenbedingungen für eine „veritable industrielle Revolution“, sagte Binnenmarkt-Kommissar Thierry Breton.

Er legte auch eine Untersuchung über die Bereiche vor, in denen die EU besonders abhängig von Importen ist. Dazu gehören neben dem Gesundheitssystem auch die Energiewirtschaft und die energieintensiven Industrien. Von 137 kritischen Rohstoffen und Vorprodukten, bei denen die EU von Importen abhängig ist, entfallen 99 auf die beiden letztgenannten Bereiche der europäischen Wirtschaft. Die Hälfte der kritischen Importe stammt aus China.

Als „kritisch“ werden dabei solche Rohstoffe bezeichnet, die wirtschaftlich bedeutend und deren Verfügbarkeiten mit einem Risiko behaftet sind, zum Beispiel weil sie nur von wenigen Ländern geliefert werden.

Abhängigkeit von Importen im Visier

Nicht alle Abhängigkeiten werden in Brüssel als problematisch angesehen, in bestimmten Fällen hätten sie jedoch eine „strategische Bedeutung“. Das betreffe auch Schlüsseltechnologien für die Energiewende wie die Herstellung von Batterien, Elektromotoren und Windrädern, die Photovoltaik oder den Einsatz von Brennstoffzellen.

Heute kommen 84 % der Komponenten und Vorprodukte für Lithium-Batterien, die in der EU hergestellt werden, aus Asien. Das will die EU in Zukunft selber machen. Aber dafür müsste sie 2030 bis zu 18 Mal mehr Lithium und 5 Mal mehr Kobalt als heute importieren.

Zur Absicherung ihrer industriepolitischen Ambitionen will die Kommission in Zukunft härter gegen Anbieter vorgehen, die in ihren Heimatländern Subventionen erhalten. Auch hier hat das Kollegium vor allem China im Visier.

Der Dachverband der Industrie, Business Europe, begrüßt die Absicht der Kommission, industrielle Großprojekte zu unterstützen, „wo der Markt nicht liefert“. Die Unterstützung grüner Investitionen dürfe jedoch den freien Handel nicht gefährden, sagte Business-Europe-Präsident Gattaz.

Den Grünen im Europaparlament gehen die Ambitionen der Kommission dagegen nicht weit genug. Damit überlasse die EU wichtige Innovationen wie emissionsfreie Energie anderen Teilen der Welt, klagte ihr Energiepolitischer Sprecher, Michael Bloss. Nach Ansicht des Klimanetzwerks CAN wird die Industrie nicht daran gehindert, weiter Technologien einzusetzen, deren Klimaverträglichkeit zweifelhaft sei.

 

Tom Weingärtner
© 2021 Energie & Management GmbH
Mittwoch, 05.05.2021, 17:24 Uhr

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