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Enerige & Management > Gas - EU hofft auf neue Gasverbindung ab 2018
Bild: Fotolia.com, WoGi
GAS:
EU hofft auf neue Gasverbindung ab 2018
Die Europäische Union ist zuversichtlich, dass von 2018 an Gas aus Aserbaidschan in das europäische Verbundnetz fließen wird. Verzögerungen könnte es jedoch aufgrund Italiens geben.
 
Die EU rechnet 2020 mit ersten Gaslieferungen aus Aserbaidschan in das europäische Verbundnetz. Das sagte Kommissions-Vize-Präsident Maros Sefcovic nach einem Treffen der Anrainerstaaten des „südlichen Gas-Korridors“ am 23. Februar in Baku. Alle Teilnehmer seien sich einig gewesen, dass beim Ausbau der Pipeline-Verbindung zwischen dem aserbaidschanischen Gasfeld Shah Deniz II und der EU substantielle Fortschritte erzielt worden seien.

Probleme gibt es in Italien. Für die 3 500 Kilometer lange Leitungs-Verbindung (SGC) müssen die Kapazität der Südkaukasus-Pipeline (690 km) erweitert sowie die tran-anatolische Pipeline (TANAP, 2 000 km) durch die Türkei und die Trans-Adria-Pipeline (TAP 870 km) von Griechenland nach Süditalien neu gebaut werden. Nach Sefcovic' Angaben gibt es Fortschritte auf allen drei Teilabschnitten des südlichen Korridors.

Er sei allerdings „ernsthaft besorgt“ über die Verzögerung des Projekts in Italien, wo der SGC das europäische Verbundnetz erreichen soll. Offensichtlich verfügt das TAP-Management noch nicht über die dafür notwendigen Genehmigungen der Region Apulien, insbesondere nach dem Umweltrecht. Er sei deswegen im Kontakt sowohl mit der Regierung in Rom als auch mit dem Gouverneur von Apulien. Sofcovic zeigte sich zuversichtlich, dass die Genehmigungen rechtzeitig erteilt werden. Schließlich sei der größte Teil des aserbaidschanischen Gases für italienische Kunden bestimmt. Die Kommission habe den SGC als gemeinschaftliches Vorrang-Projekt eingestuft. Die EU-Mitgliedsstaaten seien deshalb gehalten, die notwendigen Genehmigungen nach einem vereinfachten und beschleunigten Verfahren zu erteilen.

Die ersten Lieferungen aus Shah Deniz II an die Türkei könnten bereits 2018 erfolgen, sagte der aserbaidschanische Energieminister Natig Aliew auf einer gemeinsamen Pressekonferenz nach dem Treffen. Von den 16 Mrd. Kubikmeter (bcm), die in Shah Deniz pro Jahr gefördert würden, seien 6 bcm bereits an Kunden in der Türkei verkauft. Der Vertrag laufe über 25 Jahre. Einen Vertrag über eine weitere Milliarde Kubikmeter gebe es mit italienischen Firmen. Wenn diese das Gas aufgrund von Verzögerungen bei der Fertigstellung von TAP nicht abnehmen könnten, würden Strafzahlungen fällig. Die Kapazität von TAP beläuft sich auf 10 bcm im Jahr.

An dem Treffen nahmen auch Vertreter der Europäischen Investitionsbank, der asiatischen Entwicklungsbank sowie der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) teil.
 

Tom Weingärtner
© 2020 Energie & Management GmbH
Montag, 27.02.2017, 10:09 Uhr

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