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Enerige & Management > Erdgasfahrzeuge - Esslingen testet Wasserstoff im Erdgastank
Bild: E&M, Jonas Rosenberger
ERDGASFAHRZEUGE:
Esslingen testet Wasserstoff im Erdgastank
Eine 20-%-Beimischung von Wasserstoff in ein Erdgasfahrzeug erproben derzeit die Stadtwerke Esslingen (Baden-Württemberg) und Partner. 
 
Den Kommunalversorger südöstlich von Stuttgart treibt die Frage um, ob es möglich ist, ein Erdgasfahrzeug auch mit einem Erdgas-/Wasserstoffgemisch zu fahren? 

Um dies in der Praxis zu erproben, haben die Stadtwerke Esslingen (SWE) einen VW Passat aus ihrem Fuhrpark umgebaut. Anstelle von reinem, komprimiertem Erdgas − sogenanntem Compressed Natural Gas (CNG) − wird das elf Jahre alte Erdgasfahrzeug nun angetrieben mit einem Gemisch aus 80 % Erdgas und 20 % Wasserstoff. Dazu brachten die Stadtwerke eine Gasflasche am Fahrzeug-Heck an. Über Leitungen wird das Gemisch mit dem Verbrennungsmotor verbunden. 

In ersten Testfahren über das SWE-Gelände wurde das so umgerüstete Fahrzeug bereits auf Herz und Nieren geprüft, wie der Versorger berichtet. "Das Fahrzeug lief dabei einwandfrei, akustisch war keine Veränderung feststellbar, die Leitungen waren dicht", versichert SWE-Abteilungsleiter Jörg Eckert. 

Abgasuntersuchung beim DLR angelaufen

Um zu testen, ob der Verbrennungsmotor mit mehr Wasserstoff-Anteil eine positive Umweltauswirkung hat, hat der Versorger das Deutsche Zentrum für Luft und Raumfahrt (DLR) hinzugezogen. An dessen Stuttgarter Institut für Fahrzeugkonzepte wird derzeit eine Abgasuntersuchung durchgeführt. Gemessen wird auf dem Allradrollprüfstand mit Klimakamera des DLR, auf dem auch Fahrzeuge mit Brennstoffzelle, reinem Elektroantrieb und auch Hybride und Verbrenner getestet werden.

Erste Ergebnisse würden bestätigen, dass die Kombination aus Erdgas und Wasserstoff bei einem Verbrennungsmotor funktioniert, heißt es vonseiten Eckerts. Er ist optimistisch: "Wenn noch weitere Tests und Optimierungen an den Fahrzeugen vorgenommen werden, steckt noch einiges an Potenzial in dieser Technik", so Eckert. Begrenzungen gäbe es derzeit noch aufgrund der Erdgastanks aus Stahl in den Fahrzeugen: So seien diese nur für maximal 2 % Wasserstoff zugelassen. Auch der Verdichter für die Erdgastankstelle seien noch nicht für hohe Wasserstoffanteile ausgelegt.

Neben dem DLR steht dem Kommunalversorger als Partner auch die Fachhochschule Esslingen zur Seite. Auch der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfachs (DVGW) und der Verein "Zukunft mobil Baden-Württemberg" unterstützen das Projekt.
 

Davina Spohn
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Donnerstag, 29.04.2021, 12:53 Uhr

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