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Enerige & Management > Effizienz - Erstes Energiesprong-Projekt gestartet
Bild: Fotolia.com, Dario Sabljak
EFFIZIENZ:
Erstes Energiesprong-Projekt gestartet
Mit der Sanierung eines ersten Gebäudes in Hameln, Niedersachsen, ist das sogenannte Energiesprong-Projekt in Deutschland gestartet.
 
Bei der Methode, die aus den Niederlanden stammt, werden die zu sanierenden Gebäude zunächst per 3-D-Scan erfasst, sodass die Fassaden- und Solardachelemente, Fenster und Dämmteile, die eingebaut werden sollen, millimetergenau vorgefertigt werden können. Auf der Baustelle lassen sie sich dann schnell montieren.
 
Das System zur seriellen Sanierung von Gebäuden wurde Anfang Dezember erstmals hierzulande im Hamelner Wohnquartier „Kuckuck“ in einem Mehrfamilienhaus realisiert. Die Sanierung wird von der Ecoworks GmbH umgesetzt, Eigentümer der Häuser ist die Arsago-Gruppe. Die Deutsche Energieagentur (Dena) begleitet das Projekt.
 
Bei dem Pilotprojekt handelt es sich nach Angaben der Dena um einen Wohnblock aus den 1930er-Jahren, der aus drei Gebäuden mit je zwei Stockwerken und insgesamt zwölf Wohnungen besteht. Er soll durch die Sanierung mit vorgefertigten
Dach- und Fassadenelementen sowie mit neuer Heiztechnik und Stromerzeugung auf den sogenannten Net-Zero- oder Null-Energie-Standard gebracht werden. Der ist dann erreicht, wenn das Gebäude die gesamte während des Jahres benötigte Energie für Heizung, Warmwasser und Strom selbst produzieren kann.
 
An das Mehrfamilienhaus werden Fassadenteile mit Lärchenholzverschalung zur Wärmedämmung montiert. Die 36 Zentimeter dicken Elemente enthalten Recycling-Glaswolle und sind mit Fenstern sowie dezentralen Lüftungselementen zur Wärmerückgewinnung ausgestattet. Auch Dach und Kellerdecke werden mit einer 20 Zentimeter starken Dämmung versehen.

Wohnungs- und Bauwirtschaft wollen das System weiterentwickeln
 
Ausgerüstet werden die drei Gebäude mit Photovoltaikanlagen auf dem Dach und mit einer Wärmepumpe mit zwei Wärmespeichern. Sie versorgen die Bewohner mit Heiz- und Warmwasser. Alle Wohnungen erhalten neue Heizkörper.
 
Die Hausverwaltung bekommt laut Dena digitale Informationen zu Temperatur und Feuchtigkeit und kann bei Fehlfunktionen direkt in das Energiesystem eingreifen. Die Sanierungsarbeiten in Hameln sollen bis Februar 2020 abgeschlossen sein.
 
Nach einer Ende November geschlossenen gemeinsamen Absichtserklärung von Wohnungswirtschaft und Bauwirtschaft bündeln 22 Wohnungsunternehmen ihre Nachfrage und stellen 11.635 Wohnungen bereit, die in den nächsten vier Jahren seriell saniert werden sollen. Vier Bauunternehmen wollen bis März 2020 verstärkt an der Entwicklung wirtschaftlich attraktiver und skalierbarer Komplettlösungen arbeiten.
 
„Das Energiesprong-Pilotprojekt in Hameln ist ein Meilenstein für die praktische Umsetzung der Energiewende im Gebäudebereich. Sozial verträgliches, klimafreundliches Sanieren ist möglich. Dieser erste Prototyp ist auch deshalb so wertvoll, weil die Erfahrung in alle weiteren Energiesprong-Sanierungen einfließen kann. Und es wird viele davon geben“, sagt Andreas Kuhlmann, Vorsitzender der Dena-Geschäftsführung.
 
Die Dena schätzt das Sanierungspotenzial allein für kleinere bis mittlere Mehrfamilienhäuser aus den 1950er- bis 1970er-Jahren in Deutschland auf rund 500.000 Gebäude.
 

Armin Müller
Redakteur
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Montag, 09.12.2019, 12:52 Uhr

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