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Enerige & Management > Wasserstoff - Erster grüner Wasserstoff aus Windkraft im Inselbetrieb
Quelle: Shutterstock / Alexander Limbach
WASSERSTOFF:
Erster grüner Wasserstoff aus Windkraft im Inselbetrieb
Grünen Wasserstoff direkt aus Windkraft im Inselbetrieb konnte Siemens Gamesa nun in seinem Testfeld "Brande Hydrogen" produzieren. Lkw liefern ihn an Tankstellen in Dänemark aus.
 
Auf einer Testanlage in einem Windbark bei Brande im Westen Dänemarks arbeitet Siemens Gamesa an der Wasserstoffproduktion direkt aus Windkraft. Momentan ist dort eine getriebelose 3,4-MW-Windkraftanlage an einen 430-kW-Elektrolyseur von Green Hydrogen Systems angeschlossen. Seit Januar dieses Jahres läuft die Anlage im Testbetrieb. Am 11. November vermeldet Siemens Gamesa einen "Meilenstein": Erstmals sei es gelungen, grünen Wasserstoff direkt aus Windkraft im Inselbetrieb zu erzeugen. Der Projektpartner Everfuel vertreibe ihn nun an Wasserstofftankstellen in Dänemark. 

"Wir freuen uns, die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette von der Erzeugung erneuerbarer Energien bis hin zur Verteilung mit unseren eigenen Hochleistungs-Wasserstofftrailern und der Lieferung an unsere Tankstellen abzubilden", erklärt Jakob Krogsgaard. Der CEO von Everfuel, dänischer Anbieter von Wasserstoffversorgungs- und Betankungslösungen, zeigt sich in einer gemeinsamen Mitteilung der Unternehmen stolz darüber, "der erste Anbieter von grünem Wasserstoff aus Windenergie im Inselbetrieb zu sein". 
 
Testanlage von Siemens Gamesa in Brande, Dänemark
Quelle: Siemens Gamesa

Bis zu 200 Kilogramm Wasserstoff sollen in Brande pro Tag erzeugt werden, wie Christopher Ulrich, bei Siemens Gamesa Head of Future Renewable Portfolio, im Gespräch mit unserer Redaktion im Oktober mitteilte. Kommerziell werde es wesentlich mehr sein. "Als Daumenwert gilt: Für die Erzeugung von einer Megatonne Wasserstoff brauchen Sie 10.000 Megawatt an installierter Offshore-Kapazität", präzisiert Ulrich. Der Fokus von Siemens Gamesa in Brande ist aber nicht die kommerzielle Erzeugung, sondern der Erkenntnisgewinn.

Kombination aus Turbine, Elektrolyseur und Batterie

Etwa nutzt das Unternehmen den Standort Brande Hydrogen auch, um zu untersuchen, ob die Integration einer neuen Batterietechnologie als Upgrade für die Turbine und den Elektrolyseur einen Beitrag zur Netzstabilität leisten kann. Siemens Gamesa sieht hierin eine Möglichkeit, die Leistung bereits bestehender Windprojekte zu erhöhen. Denn: Batterien könnten Energie so speichern, dass die Elektrolyseure länger laufen und mehr grünen Wasserstoff produzieren können. Wenn ein Netzanschluss vorhanden ist, können die Batterien die erneuerbare Energie in das Netz anstelle des Elektrolyseurs einspeisen, wenn die Bedingungen dies zulassen, wodurch Engpässe vermieden und Flexibilität geschaffen werden. 

In der Kombination aus Turbine, Elektrolyseur und Batterie sieht Siemens Gamesa das Potenzial, in naher Zukunft die Produktion von grünem Wasserstoff im industriellen Maßstab zu ermöglichen. Innovationen und Erkenntnisse aus dem Testgelände sollen mit Partnern geteilt, um Anwendungsfälle auch für die Offshore-Produktion von grünem Wasserstoff in größerem Maßstab zu entwickeln. 

Mit Windkraft und Elektrolysesystemen will der Windbauer die Kosten der grünen Wasserstoffproduktion wettbewerbsfähig gegenüber grauem und blauem Wasserstoff machen. Ungefähr 2,50 Euro pro Kilogramm grüner Wasserstoff visiert Siemens Gamesa an. Für 2030 peilt das Unternehmen onshore und für 2035 offshore Preisgleichheit mit nicht erneuerbar erzeugtem Wasserstoff an. 
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Donnerstag, 11.11.2021, 11:41 Uhr

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