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Enerige & Management > Vertrieb - Erste Erfolge für Bochumer Grünstrom-Offensive
Bild: ty, Fotolia
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Erste Erfolge für Bochumer Grünstrom-Offensive
Mit ihrem modifzierten Grünstromangebot haben die Stadtwerke Bochum zuletzt mehrere tausend Kunden gewonnen. Auch städtische Tochterunternehmen haben ihren Wechsel angekündigt.
 
Die Stadtwerke Bochumer haben nach eigenen Angaben seit Anfang Oktober rund 3.500 neue Ökostromkunden gewonnen. Was auf einen modifizierten Grünstromtarif zurückzuführen ist.

Wenige Tage nach Herbstbeginn hatten die Westfalen das neue Angebot „Ökostrom 2-1-0“ vorgestellt, bei dem die Kunden selbst entscheiden können, ob sie für den bestellten Grünstrom bereit sind, monatlich einen Euro beziehungsweise zwei Euro zusätzlich zu zahlen oder ganz auf diesen Zusatzbeitrag verzichten wollen. „Der Bezug von Ökostrom soll nicht an finanziellen Hürden scheitern“, warb Frank Thiel, in der Geschäftsführung der Bochumer Stadtwerke für das Vertriebsressort zuständig, bei der Präsentation für die Null-Euro-Variante. „Das hat auch eine soziale Komponente.“

Nach einer ersten Auswertung sind von den neuen Ökostromkunden rund die Hälfte bereit, monatlich einen Euro mehr zu bezahlen. Jeweils ein Viertel hat sich für die Null-Euro-Option oder für die Zwei-Euro-Option entschieden. Bis September belieferten die Stadtwerke Bochum rund 9.000 Haushaltskunden mit reinem Wasserkraftstrom.

Die neuen Grünstromkunden haben die Stadtwerke Bochumer Stadtwerke, so das Zwischenfazit, nicht dank ihrer zahlreichen digitalen Aktivitäten gewonnen. Das Gros der bisherigen „Umsteller“ reagierte auf ein Schreiben, in dem das Revier-Stadtwerk vor einigen Tagen eine Preiserhöhung für das kommende Jahr angekündigt hatte. Überraschende Erkenntnis im Stadtwerke-Tower in der Nähe des Bochumer Hauptbahnhofs: Auch analoge Vertriebsarbeit macht weiterhin Sinn.
 
Die Stadtwerke Bochum haben die Sparkasse Bochum als Grünstromkunden gewonnen: Geschäftsführer Frank Thiel (l.) bei der Übergabe des entsprechenden Zertifikats an Jürgen Hohmann, den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Bochum
Bild: Stadtwerke Bochum

Was auch notwendig sind, denn die 3.500 neue Kunden sind nur ein erster Zwischenschritt: Mit dem neuen Preismodell haben die Stadtwerke auf den vom Bochumer Stadtrat Anfang Juni ausgerufenen Klimanotstand reagiert: „Mit zu den damals vereinbarten Maßnahmen zählt auch ein kräftiger Ausbau des Ökostromabsatzes“, so Geschäftsführer Thiel, „bis 2025 müssen 70 % des Stromverbrauchs aller Bochumer Haushalte, des Kleingewerbes sowie der städtischen Unternehmen aus grünen Quellen stammen.“

Absehbar ist bereits, dass der Ökostromabsatz der Stadtwerke Bochum im kommenden Jahr steigen wird: Nachdem vor wenigen Tagen die städtische Wohnungsgesellschaft VBW Bauen und Wohnen den Ökostrombezug für all ihre Liegenschaften inklusive von 12.600 Wohneinheiten zum 1. Januar 2020 angekündigt hat, zog die Sparkasse Bochum mit ihrer Hauptverwaltung und den 45 Filialen nach. Von den großen städtischen Tochterunternehmen fehlt damit nur noch das Nahverkehrsunternehmen Bogestra, das noch nicht komplett auf der grünen Spur fährt.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Freitag, 13.12.2019, 15:25 Uhr

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