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Quelle: Fotolia / K-U Haessler
REGENERATIVE:
Erste Einblicke in Strommarktdesign-Studie für den BEE
Noch in diesem Jahr will der Bundesverband Erneuerbare Energie eine Studie zum künftigen Strommarktdesign vorlegen. Er referierte jetzt erste Zwischenergebnisse.
 
Wie viel flexible Stromerzeugungsleistung wird für eine erfolgreiche Energiewende benötigt? Das ist eine der zentralen Fragen einer Strommarktdesign-Studie, die für den Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) die Fraunhofer-Institute Ise und IEE fachlich umsetzen, die die Kanzlei Becker Büttner Held juristisch berät und die fast 70 Unterstützer hat. Sie wird erst Ende diesen Jahres veröffentlicht, doch erste Zwischenergebnisse berichtete der Leiter des BEE-Fachbereichs Erneuerbare Energiesysteme, Matthias Stark, am 26. November während der Windenergietage NRW in Bad Driburg.

Demnach ist die nationale Energiewende mit stark schwankend einspeisenden Erneuerbaren auch ohne hohe Importe von Strom oder Wasserstoff bezahlbar, wenn ein paar Rahmenbedingungen gelten:
  • Der Kohleausstieg wird tatsächlich, wie im Ampel-Koalitionsvertrag angestrebt, auf 2030 vorgezogen.
  • Die Erneuerbaren werden in Deutschland selbst schon bis 2030 stark zugebaut.
  • Die gesicherte Leistung kommt von Bioenergie, Batteriespeichern und aus Kraft-Wärme-Kopplung.
  • Die Kosten des Netzbetriebs reduzieren sich stark.
  • "Marktstabilisierende Faktoren" für die Erneuerbaren werden fortgeführt, auch nach dem Kohleausstieg (im Gegensatz zum Koalitionsvertrag).
  • Die Nichtvergütung von Strom bei negativen Preisen gemäß Paragraph 51 Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wird abgeschafft, die sogenannten §51-Mengen gibt es 2040 nicht mehr.
Unter diesen Bedingungen wären die Erneuerbaren vom Jahr 2040 an in einem "Reformszenario" wirtschaftlich, sagte Starke. In einem "Basisszenario" dagegen trete die Wirtschaftlichkeit signifikant später ein. Die jetzige Wirtschaftlichkeit aller Windenergieanlagen und Photovoltaikanlagen aufgrund der hohen Spotmarkt-Erlöse in der Direktvermarktung dauere "wahrscheinlich" nur noch ein Jahr und werde von einer langen Zeit der Unwirtschaftlichkeit abgelöst, meinte Starke. 

Zur Höhe der notwendigen Flexibilitäten, um die zunehmenden Schwankungen in der Stromproduktion auszugleichen, nannte der BEE-Mann keine neuen Zahlen, wies aber darauf hin, dass die bisherigen Studien um den Faktor zehn voneinander abweichen. So kommt die Deutsche Energie-Agentur (Dena) auf 24.000 MW Elektrolyseurleistung, die Denkfabrik Ariadne aber auf 65.000 bis 140.000 MW. Den Batteriespeicher-Ausbaubedarf setzt die Dena bei 15.000 MW an, Ariadne aber bei 150.000 bis 350.000 MW.

Diese Autorinnen und Autoren hätten aber nur einen volkswirtschaftlichen Blinkwinkel, so Starke. Die BEE-Strommarktdesign-Studie dagegen werde auch die betriebswirtschaftliche Rentabilität 2030, 2040 und 2050 beleuchten.
 

Georg Eble
Redakteur
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