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Enerige & Management > Wasserstoff - Erste Demoanlage für Wasserstoff-Extraktion aus Erdgasröhren
Quelle: Shutterstock / Alexander Limbach
WASSERSTOFF:
Erste Demoanlage für Wasserstoff-Extraktion aus Erdgasröhren
Wasserstoff dem Erdgas beimischen und beim Verbraucher hochrein entziehen − eine Entwicklung von Linde soll ab sofort demonstrieren, dass dies im industriellen Maßstab funktioniert.
 
Linde Engineering hat in Dormagen (Nordrhein-Westfalen) die weltweit erste Demoanlage im Industriemaßstab offiziell in Betrieb genommen. Sie soll zeigen, wie sich Wasserstoff mit einer bestimmten Membrantechnologie in industriellem Maßstab aus Erdgas-Strömen extrahieren lässt. Die Technologie heißt "Hiselect powered by Evonik". Das geht aus einer Mitteilung aus dem Technische-Gase-Konzern Linde vom 20. Januar hervor.

Das Verfahren ist demnach ein Schlüsselfaktor für Szenarien, in denen Wasserstoff Erdgas beigemischt und über das Leitungsnetz transportiert wird. Das Mischgas kann typischerweise einen Wasserstoffanteil zwischen 5 und 60 % aufweisen. Die Membrantechnologie kommt am Ort des Verbrauchers zum Einsatz, um dem Mischgasstrom den Wasserstoff zu entziehen. Der dabei wiedergewonnene Wasserstoff hat eine Konzentration von bis zu 90 %. Druckwechsel-Adsorptionstechnologie von Linde Engineering aus Pullach bei München erreiche eine Reinheit von bis zu 99,9999 %, hieß es.

Die Membrantechnologie spielt beim Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur weltweit eine entscheidende Rolle. Beispielsweise arbeiten in Europa elf Übertragungsnetzbetreiber am Aufbau des European Hydrogen Backbone. Ihr Ziel ist der Auf- und Ausbau eines Wasserstoffnetzes, das weitgehend auf der Überarbeitung der bestehenden Erdgasinfrastruktur basiert. Die Hiselect-Technologie weise Vorteile beim effizienten Transport von Wasserstoff zu den Verbrauchern auf, um folgende Verwendungen zu ermöglichen:
  • als Industrierohstoff,
  • als Wärme- und Stromquelle
  • oder als Transportkraftstoff.
Nach den Worten von John van der Velden, Senior Vice President Global Sales & Technology bei Linde Engineering, soll die Dormagener Demoanlage den realitätsnahen Beweis antreten, dass es reicht, für den Wasserstoff-Transport die bestehende Erdgas-Infrastruktur über Beimischung und membranische Reextraktion zu nutzen, statt ein teures separates Wasserstoffpipeline-Netz aufzubauen.
 

Georg Eble
Redakteur
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Donnerstag, 20.01.2022, 17:21 Uhr

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