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Bild: Fotolia_14648956_S© Gerhard Seybert - Fotoliacom
ERDGASFAHRZEUGE:
Erdgasautos weiter steuerbegünstigt
Die Bundesregierung hat jetzt anscheinend die lange erwartete Verlängerung der Steuerermäßigung für Erdgas, das als Autokraftstoff genutzt wird, auf den Weg gebracht.
 
Gas als Autokraftstoff soll über das Jahr 2018 hinaus steuerlich gefördert werden. Ein entsprechender Gesetzesvorschlag sei in die Ressortabstimmung gebracht worden, meldet der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe mit Verweis auf Äußerungen von Michael Meister. Der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesfinanzministerium habe beim Automobildialog des Kfz-Gewerbes am 26. April in Berlin angekündigt, dass Flüssiggas bis 2021 und Erdgas bis 2024 weiter steuerlich begünstigt werden sollen.

Die Steuerermäßigungen sollen jedoch bei Flüssiggas ab 2019 und bei Erdgas ab 2022 schrittweise abgeschmolzen werden. Die Regierungskoalition von CDU/CSU und SPD hatte schon in ihrem Koalitionsvertrag eine Verlängerung der Steuerermäßigung vereinbart. Sie soll ein Umsteigen von Benzin und Diesel auf den umweltverträglicheren Kraftstoff Erdgas und auf Flüssiggas befördern.

Die Erdgaswirtschaft, die Millionensummen in den Ausbau eines flächendeckenden Netzes von gut 900 Erdgastankstellen gesteckt hat, fordert seit langem eine Fortschreibung der Steuerermäßigung auf Erdgas. Die Gasversorger hoffen, dass dadurch mehr Erdgasautos auf die Straßen kommen. Bislang sind nur knapp 100 000 solche Fahrzeuge unterwegs, die Erdgastankstellen sind deshalb vielfach nur unzureichend ausgelastet.

Die Vorschläge der Bundesregierung zur Unterstützung von Erdgas als Kraftstoff seien längst überfällig, meint Timm Kehler. Sie reichen seiner Meinung nach jedoch nicht aus. „Prinzipiell begrüßen wir die Verlängerung des Steuervorteils für Erdgas“, so der Vorstand der Initiative Zukunft Erdgas. Doch für die Gewährleistung von Planungssicherheit für alle Marktbeteiligen und aufgrund der langen Lebenszyklen der Fahrzeuge gehe der bisherige Vorschlag nicht weit genug. Die Gaswirtschaft halte eine Fortschreibung bis 2026 für nötig und wünschenswert, so Kehler weiter.

Erdgas gegenüber Diesel klar im Vorteil

Die Umweltvorteile lägen auf der Hand: Im Vergleich zum Diesel stoße ein Erdgasauto bis zu 90 Prozent weniger Stickoxide, bis zu 23 Prozent weniger CO2 und nahezu keinen Feinstaub aus, erklärte Kehler schon am anlässlich des Berichts von Verkehrsminister Alexander Dobrindt zu falschen Angaben mehrerer Dieselhersteller über die Emissionen ihrer Fahrzeuge.

Die Abgaswerte von Erdgasautos „stimmen in der Theorie und in der Praxis“. Erdgasfahrzeuge seien nicht nur auf dem Prüfstand sauberer, sondern auch auf der Straße. Sogar ältere Modelle seien deutlich sauberer als moderne Abgasnormen es erfordern.

Bislang verlangt der Gesetzgeber an der Tankstelle nur 1,39 Cent Energiesteuer pro Kilowattstunde Erdgas. Der Regelsteuersatz für Erdgas beträgt 3,18 Ct/kWh.
 

Peter Focht
Redakteur
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Mittwoch, 27.04.2016, 12:05 Uhr

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