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Enerige & Management > Stromvertrieb - Eprimo startet virtuellen Solarstrom-Handelsplatz
Bild: Fotolia.com, anweber
STROMVERTRIEB:
Eprimo startet virtuellen Solarstrom-Handelsplatz
Die Innogy-Tochter Eprimo aus Neu-Isenburg (Hessen) vertreibt mit "Grünstrom-Community" ein neues Stromprodukt, das lokale Stromerzeuger und -abnehmer gleichermaßen ansprechen soll. 
 
Vom Energiediscounter Eprimo gibt es ein neues Angebot für die Betreiber von regenerativen Anlagen, die ihren Ökostrom nicht komplett nutzen: Über die Plattform „Grünstrom-Community“ sammelt Eprimo diesen „Reststrom“ ein, um ihn anschließend an Endkunden zu vertreiben. Das Modell steht allen offen, sowohl Prosumern als auch Haushalten, die selbst keine Energie erzeugen. Bereits Kunde bei dem Stromanbieter zu sein, sei Voraussetzung dafür, eigenen Strom bereitzustellen, so Jürgen Rauschkolb von Eprimo auf Nachfrage.

„Neben den klassischen Ökostromprodukten, die wir haben, wollen wir auch eine High-End-Lösung anbieten“, sagt Rauschkolb gegenüber E&M − „ein Stromprodukt, bei dem man genau sagen kann, wo die Energie herkommt.“ Die Tinte auf den ersten Verträgen mit Betreibern von Solardachanlagen trockne aktuell noch. Zahlen dazu, wie hoch das Stromangebot aus der lokalen Energieerzeugung ausfallen wird, gibt es in diesem frühen Stadium noch nicht. Rauschkolb geht aber davon aus, dass ein großes Potenzial vorhanden ist. Um einen Anreiz zu schaffen, liege die Vergütung pro bereitgestellter Kilowattstunde Grünstrom auch höher als die aktuelle EEG-Einspeisevergütung. 

Auch bei der Nachfrage nach diesem Prosumerprodukt ist der Eprimo-Sprecher optimistisch. Verglichen zu einem klassischen Grünstromtarif ohne Bonus sei der Tarif der „Grünstrom-Community" nur geringfügig teurer: Der Arbeitspreis koste im Schnitt ein Cent pro Kilowattstunde mehr als bei einem vergleichbaren klassischem Eprimo-Stromtarif mit dem gleichen Grundpreis. „Bei einem Verbrauch von 2.500 kWh im Jahr macht dies 25 Euro mehr aus, also zwei Euro mehr im Monat“, rechnet Rauschkolb vor.

Den virtuellen Strom-Handelsplatz „Grünstrom-Community“ stellt der Energieanbieter mit Unterstützung des Berliner IT-Dienstleisters Lumenaza zur Verfügung. Die Software-Plattform soll es ermöglichen, alle Marktteilnehmer wie Versorger, Produzenten, Verbraucher, Batterie- und Elektromobilbesitzer zu vernetzen.

Laut der letztjährigen Umfrage von E&M   zur Ökostrommarkt-Entwicklung ist Eprimo der bundesweit größte Grünstromanbieter und zugleich auch der am stärksten wachsende. Ende 2017 hatte Eprimo noch 372.000 Haushaltkunden in der Belieferung. Ende Juli 2019 vermeldete das Unternehmen seinen millionsten Grünstromkunden.

 
 

Davina Spohn
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Mittwoch, 08.04.2020, 13:35 Uhr

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