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Enerige & Management > Smart Meter - Eon will zwei Millionen Zählpunkte
Bild: Fotolia.com, unique3d
SMART METER:
Eon will zwei Millionen Zählpunkte
Eon Metering wird nicht mehr als wettbewerblicher Messstellenbetreiber am Markt auftreten, sondern konzentriert sich auf seine Rolle als Dienstleister für Stadtwerke.
 
Im eigenen Konzern ist Eon bei rund sechs Millionen Kunden mit einer Million intelligenten Messsystemen vom Smart-Meter-Rollout betroffen. Die Metering-Tochter war seit ihrer Gründung 2009 auch als wettbewerblicher Messstellenbetreiber außerhalb der eigenen Verteilnetzgebiete am Markt aufgetreten.

Im Rahmen der diesjährigen Metering Days in Fulda bekräftigte Geschäftsführer Paul-Vincent Abs, dass das Unternehmen dieses Geschäft nicht wieder aufnehmen werde. Im vergangenen Jahr sei die Entscheidung gefallen, künftig das in den Konzern-Netzgesellschaften erlangte Know-how den Stadtwerkepartnern über Dienstleistungen zur Verfügung zu stellen. Dieser Entschluss werde nicht revidiert.

Seine Beschreibung des Kerngeschäfts: „Wir wollen Gateway-Administrator für Stadtwerke sein und darüber hinaus mögliche Mehrwertdienstleistungen anbieten, die die EVU wiederum ihren Kunden anbieten können.“ Ziel sei es, eine weitere Million intelligenter Messsysteme auszurollen, um dann rund 2 Mio. Zählpunkte auf der eigenen Plattform vereinen zu können. Denn, so die Überzeugung von Abs, die alles entscheidenden Erfolgsfaktoren seien Skaleneffekte erzielen und Synergien nutzen.

Rollout-Prozess wird sich beschleunigen

Es sei „spannend“ zu sehen, wie viele Unternehmen ihre Dienstleistungen und Kompetenzen mit welchen Marktanteilen am Markt in Erscheinung treten werden. Abs rechnet am Ende mit acht bis zehn Dienstleistern für die Gateway-Administration.
Abs glaubt nicht daran, dass der Rollout-Prozess wirklich die vorgesehene Zeit in Anspruch nehmen wird. „Nach meiner Meinung wird der Rollout keine 14 Jahre dauern.“ Voraussetzung sei allerdings, dass der Wettbewerb anspringe. Daran hat der Eon-Metering-Chef jedoch keinen Zweifel. Wenn ein wettbewerblicher Messstellenbetreiber – zuvor war der Name Google gefallen – in den Markt eintrete und versuche, sich interessante Messstellen zu sichern, um weitere Dienstleistungen anbieten zu können, entstehe Druck auf die Netzbetreiber. Diese müsste dann den Rollout beschleunigen. Die Frage sei nur welcher Wettbewerber entsprechend aggressiv in den Markt gehen werde. Dass es soweit kommt, bezweifelt Abs nicht: „Ich bin überzeugt, dass es so passieren wird und alles schneller gehen wird, als wir alle denken.“

Die zahlreichen Änderungen und Entwicklungen, die in sehr vielen energiewirtschaftlichen Bereichen auf die Messstellenbetreiber zukämen, seien das „Pflichtprogramm“. Vor diesem Hintergrund glaubt Abs, dass regulatorisch getrennte Funktionen künftig wieder näher zusammenrücken werden: „Wir müssen überlegen, wie wir mit Vertrieb und Netz gemeinschaftlich diese Herausforderungen bewältigen können“, forderte er.

Die Kür bestehe aus den sogenannten Mehrwertdienstleistungen auf Basis der verfügbaren Daten, die künftig nach Überzeugung von Abs vor allem Echtzeitdaten sein werden. Erhöhte Kundenbindung und bessere Prognosewerte nannte er beispielhaft als daraus resultierenden Nutzen. Angesichts des dahinter stehenden Datenvolumens sei er aber überrascht, dass es noch einzelne Stadtwerke gebe, eventuell auch in einem kleinen Verbund, die überlegten, eine entsprechende Infrastruktur selbst aufzubauen. „Das finde ich mutig, halte es aber für gewagt“, so Abs.
 

Fritz Wilhelm
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Mittwoch, 21.09.2016, 17:41 Uhr

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