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Enerige & Management > Stromnetz - Eon will aus Strommasten Funktürme machen
Strommast mit Mobilfunkanlagen, Quelle: Eon
STROMNETZ:
Eon will aus Strommasten Funktürme machen
Eon will Strommasten so umrüsten, dass sie als Funkmasten für das 4G- und 5G-Mobilfunknetz dienen können und hat dazu ein Tochterunternehmen gegründet.
 
Mit einem neuen Tochterunternehmen will der Energieversorger Eon zukünftig bundesweit Strommasten so umbauen, dass diese auch als Funkmast für das 4G/5G-Mobilfunknetz verwendet werden können. Die neue Gesellschaft „E.ON TowerCo GmbH“ treibe so die Digitalisierung in Deutschland voran, teilte Eon mit.

Der Stromversorger verfügt deutschlandweit über mehr als 100.000 Hoch- und Mittelspannungsmasten, die zusätzlich als potenzielle Funkmasten infrage kommen. Auch Dächer der konzerneigenen Immobilien sowie Grundstücke werden in den Planungsprozess einbezogen. An Standorten, an denen ein Umbau aus technischen Gründen nicht möglich ist, sind Neubauten von weiteren Funkmasten geplant.

„Wir nutzen unsere vorhandene Infrastruktur für die Verbesserung des Mobilfunks in Deutschland, um weiße Flecken bei der Netzabdeckung schnell und kostengünstig zu beseitigen“, sagt Bernd Böddeling, als Senior Vice President der Eon SE für das deutsche Netzgeschäft verantwortlich. Die Kombination bereits bestehender Strommasten mit Mobilfunkeinrichtungen sei zudem nachhaltiger als ein Neubau. 

Der Umbau vorhandener Strommasten bringt klare Vorteile: Der Bau- und Genehmigungsprozess neuer Funkmasten kann Monate in Anspruch nehmen. Im Gegensatz dazu ist für die Nutzung bereits vorhandener Strommasten keine Genehmigung notwendig. 

Aktuell bereitet die Eon Towerco mehrere Pilotprojekte vor. Diese sind auch in der Nähe von Autobahnen und Bahnstrecken vorgesehen, um die Mobilfunkabdeckung von Verkehrswegen zu verbessern. Derzeit laufen dafür Verhandlungen und Vertragsabschlüsse mit mehreren Mobilfunknetzbetreibern. Die Inbetriebnahme der ersten Projekte ist für 2022 geplant.

Viele Probleme bei der Zweitnutzung von Strommasten

Ein Mobilfunkanbieter, der bereits Strommasten vereinzelt als Standort für Funkstationen nutzt, ist die Telekom. So versorgt etwa ein „Antennenstrommast“ die Autofahrer auf der A96 München - Lindau mit schnellem Mobilfunk. Allerdings wird bei dem Unternehmen auch auf viele Einschränkungen bei der Kombination der beiden Anlagentypen hingewiesen.

Ein wesentliches Problem stelle die Geografie dar, so stünden Strommasten oft weit abseits von Bebauungen und seien oft auch nur schwierig zu erreichen. Aus diesem Grund ließen sich die Funkanlagen auf Strommasten auch nur schwierig mit Glasfaser anschließen. Für eine alternativ mögliche Anbindung per Richtfunk müsste sich die Richtfunkantenne aber möglichst hoch − also über den Stromleitungen − befinden. Für Wartungsarbeiten oder technische Updates müsste dann immer der Strom aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden.
 

Peter Koller
Redakteur
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Donnerstag, 14.10.2021, 14:36 Uhr

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