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Enerige & Management > Unternehmen - Eon Hanse geht - HanseWerk kommt
Bild: Fotolia.com, Gina Sanders
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Eon Hanse geht - HanseWerk kommt
Mit einem umfangreichen Investitionsprogramm im Gepäck vollzieht der Regionalversorger einen Strukturwandel hin zu einem regionalen Infrastruktur-Dienstleister.
 
Aus Eon Hanse wird die HanseWerk AG. Zum 1. Oktober wird das Unternehmen aus dem schleswig-holsteinischen Quickborn umbenannt. „Den Namen ändern wir, weil wir mit unserem Unternehmen in den vergangenen zwei Jahren einen neuen Kurs eingeschlagen haben. Wir haben uns vollständig aus dem Vertrieb zurückgezogen“, erklärte Matthias Boxberger, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, am 30. September. Das Vertriebsgeschäft für Strom und Gas ist bereits im vergangenen Jahr an Eon Vertrieb verkauft worden. „Wir verstehen uns als Infrastruktur-Partner der Region und der Energiewende“, so Boxberger.

Netzausbau im Fokus

Künftig wird sich das Unternehmen auf den Ausbau leistungsfähiger Energienetze und auf das Netzgeschäft konzentrieren. Dazu sollen bis 2016 insgesamt rund 500 Mio. Euro in den Netzausbau in Norddeutschland investiert werden. So sollen drei 110-kV-Leitungstrassen und 80 Umspannwerke neu oder ausgebaut werden. Neben dem Netzausbau will sich das Unternehmen auch auf die Weiterentwicklung von Vorreitertechnologien konzentrieren, um die Netze bei der zunehmenden Einspeisung aus erneuerbaren Energien besser auslasten zu können. Über die Tochtergesellschaft Schleswig-Holstein Netz AG sind nach Angaben von Boxberger inzwischen rund 32 000 dezentrale Energieerzeugungsanlagen zwischen Nord- und Ostsee angeschlossen. 90 % der installierten Erzeugungsleistung für erneuerbare Energien im Land werden über das eigene Netz abtransportiert. Nach zögerlichen Investitionen zu Jahresbeginn erwartet Boxberger, dass nach der beschlossenen EEG-Reform bis zum Jahresende weitere 800 MW Erneuerbaren-Leistung neu hinzukommen werden. Damit dürfte die installierte EEG-Leistung dann auf rund 6 000 MW steigen. Die Verbrauchsspitzen in Schleswig-Holstein und Hamburg liegen zusammen bei rund 3 500 MW. Bis zum Ende des Jahrzehnts rechnet Boxberger damit, dass durch die Energiewende die Erzeugungsleistung der installierten EEG-Anlagen auf 9 000 bis 12 000 MW steigen wird, hinzukommen noch rund 2 000 bis 3 000 MW Leistung aus Offshore-Windparks vor den Küsten Schleswig-Holsteins. Mit einem Auslastungsmonitoring versucht das Unternehmen bereits ungenutzte Netzkapazitäten verfügbar zu machen und konnte seine Übertragungsleistung so um bis zu 50 % steigern. Mit dem Einbau regelbarer Ortsnetztrafos will der Netzbetreiber künftig flexibler und automatisiert auf die schwankenden Einspeisungen aus der dezentralen Erzeugung reagieren.

"Dezentrale Energieerzeugung und Netzausbau - und damit die Energiewende - können nur im Einklang mit der Region gelingen“, betonte Boxberger. Er setzt deshalb auch weiterhin auf kommunale Partner. Elf schleswig-holsteinische Landkreise haben sich an der Unternehmensgruppe beteiligt und ihre Anteile an der HanseWerk AG in den vergangenen Monaten auf rund 31 % aufgestockt. Mehrheitsaktionär bleibt aber der Düsseldorfer Eon-Konzern.

Neben dem Netzausbau will HanseWerk verstärkt auch selbst auf den Ausbau der dezentralen Erzeugung setzen. 15 Mio. Euro investiert das Unternehmen in diesem Jahr in neue Blockheizkraftwerke und in sein Wärmenetz. Knapp 200 BHKW betreibt die Eon Hanse Wärme in der Region. Künftig werden die Aufgaben rund um die dezentrale Erzeugung in der neuen Tochtergesellschaft HanseWerk Natur gebündelt. Ziel ist es außerdem, rund 70 BHKW zu einem virtuellen Kraftwerk zusammenzuschalten und so die schwankende Einspeisung aus den erneuerbaren Energien auszugleichen.

In Hamburg wird das Unternehmen in den nächsten Jahren rund 40 Mio. Euro in das Gasnetz investieren. Neben Instandhaltung und Netzverdichtung sollen dabei auch zwei Großprojekte im Hochdruckbereich umgesetzt werden. Wenig Substanzielles gibt es dagegen zum Verkauf des Hamburger Gasnetzes an die Stadt, der nach dem Volksentscheid vom September 2013 politisch erforderlich ist. Man stehe mit der Stadt in Verhandlungen. Die Ausgangssituation sei aber eine andere, als sie sich beim Stromnetz mit Vattenfall dargestellt habe, erläuterte Boxberger gegenüber E&M Powernews.

Eon Hanse war 2003 aus dem Zusammenschluss der Eon-Töchter Schleswag AG, Heingas Hamburger Gaswerke GmbH und der Schweriner HGW Hanse Gas GmbH entstanden und ist als Netzbetreiber in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern tätig. Das Unternehmen konnte im vergangenen Jahr rund 2,3 Mrd. Euro umsetzen und ein Ergebnis von 90 Mio. Euro erzielen.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Dienstag, 30.09.2014, 17:37 Uhr

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