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Enerige & Management > Klimaschutz - Energiewirtschaft senkt CO2-Emissionen um 53 Prozent zu 1990
Bild: Fotolia, bluedesign
KLIMASCHUTZ:
Energiewirtschaft senkt CO2-Emissionen um 53 Prozent zu 1990
Der BDEW verweist zum Jahresende auf den Erfolg der Energiewirtschaft, die die deutschen Klimaziele von 40 % Treibhausgasemissionsminderung gegenüber 1990 deutlich übererfüllen konnte.
 
Die deutsche Energiewirtschaft hat 2020 die CO2-Emissionen um 53 % zum Referenzjahr 1990 gesenkt. Die positive Klimabilanz der Energiebranche sei auch auf den geringeren Stromverbrauch durch die Corona-Pandemie verursacht, schränkte Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung, ein.

Die CO2-Emissionen der Energiewirtschaft sanken in diesem Jahr um 15 % gegenüber 2019 (2020: 217 Mio. Tonnen CO2; 2019: 254 Mio. Tonnen). Vor Journalisten in Berlin mahnte sie daher, der Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung müsse dynamisch vorangetrieben werden, um den beschlossenen Ausstieg aus Kohlestrom und Kernkraft zu kompensieren.

Die Windkraft an Land als „Packesel“

So sei die Windenergie inzwischen mit Abstand der wichtigste Energieträger im deutschen Strommix. „Die Windkraft an Land ist der Packesel der deutschen Stromerzeugung“, sagte Andreae. Um so wichtiger sei die Regelung in der zeitgleich verabschiedeten EEG-Novelle, die Windkraftanlagen auch nach den 20 Jahren EEG-Vergütung einen Weiterbetrieb ermöglichen soll. Jetzt drohe der weitere Windkraft-Ausbau jedoch ins Stocken zu geraten. „Durch das Förderende werden immer mehr Anlagen vom Netz gehen. Zudem werden inzwischen zwei von drei Windturbinen vor Gericht beklagt“, warnte Andreae.
 
Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen 1991 bis 2020 Bild: BDEW

Neben der gestiegenen Stromerzeugung aus erneuerbare Energien sorgte der Rückgang der Kohleverstromung für weniger Treibhausgase. So erzeugten Wind, Photovoltaik, Biomasse und andere regenerative Energieträger 2020 insgesamt 251,7 Mrd. kWh Strom und damit 4,2 % mehr als im Vorjahr.

Die Stromerzeugung aus Steinkohle sank um mehr als ein Viertel, die Stromerzeugung aus Braunkohle um knapp ein Fünftel. Wegen der Corona-Pandemie und dem daraus resultierenden wirtschaftlichen Einbruch sank der deutsche Stromverbrauch im Vergleich zum Vorjahr um rund 4,4 % auf 543,6 Mrd. kWh.

Die EEG-Novelle, die am 17. Dezember im Bundestag verabschiedet wurde, enthalte zwar einige positive Ansätze, werde aber noch nicht ausreichen, um der Energiewende den notwendigen Anschub zu verleihen, mahnte sie. Die Bundesregierung müsse schnellstens bessere Bedingungen für das Repowering, also leistungsfähigere Anlagen an bisherigen Windkraftstandorten schaffen. Auch im Bereich des Artenschutzrechts fehlten handhabbare und bundesweit einheitliche Vorgaben. „Die Bundesregierung muss dies im ersten Quartal 2021 anpacken“, forderte Andreae.

Ausblick auf 2021

Die CO2-Bepreisung in den Bereichen Wärme und Verkehr ab 2021 werde Fortschritte im Klimaschutz in diesen Sektoren einleiten. „Gerade in Hinblick auf die Erhöhung der europäischen Klimaziele gilt es nun, noch einmal mehr Tempo zu geben. Wir müssen alle Potenziale zur Treibhausgasminderung ausschöpfen“, sagte Andreae. Mit Blick auf die Elektromobilität müsse die Koalition endlich eine Einigung beim Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz (GEIG) erreichen, um den Ausbau der privaten Ladeinfrastruktur zu beschleunigen.

Eine zentrale Aufgabe der nächsten Bundesregierung müsse es zudem sein, die Finanzierung der erneuerbaren Energien zu reformieren. „Das EEG stößt hier mittlerweile an seine Grenzen“, sagt Andreae. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie habe die Bundesregierung einen ersten Plan für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft vorgelegt. Nun gelte es, diesen Plan in die Tat umzusetzen. „Der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft ist eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre“, sagte Andreae abschließend.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
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Donnerstag, 17.12.2020, 13:24 Uhr

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