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Enerige & Management > Studien - Energieversorger mehr denn je als Dienstleister gefragt
Bild: Fotolia, mik38
STUDIEN:
Energieversorger mehr denn je als Dienstleister gefragt
Versorgungsunternehmen punkten am Markt zuallererst mit dem Preis ihrer Produkte. Als Auswahlfaktoren bei den Konsumenten folgen danach gleichauf ökologischer Ansatz und Kundenservice.
 
Die Kosten für Energie und Wärme leiten Konsumenten bei der Wahl ihres Versorgungsunternehmens. Laut einer repräsentativen Studie steht für 64,8 % der Befragten der Preis im Vordergrund. Etwas mehr als jede und jeder Dritte gibt an, bei der Entscheidung auf ökologische Produkte und Nachhaltigkeit der Energielieferanten zu achten (36,8 %). In ähnlicher Größenordnung (37 %) spielt der Service des Unternehmens eine Rolle.

Für die Studie hatte das Meinungsforschungsinstitut Civey im September 2020 im Auftrag des Management- und Technologieberatungsunternehmens Sopra Steria 5.000 Menschen befragt. Mehrfachnennungen waren möglich. Aus den Ergebnissen schließt Jürgen Dreiseidler, Partner Energy Utilities bei Sopra Steria, dass „Nachhaltigkeit allein als Differenzierungsmerkmal im reinen Vertragsgeschäft nicht“ tauge. Strom und Wärme aus erneuerbaren Energiequellen sei kein entscheidender Faktor, da diese Produkte durch die Energiewende inzwischen Standard geworden seien.

Der Lieferant steht vor dem Wandel zum Transformationspartner

Allerdings sei bei privaten Haushalten auch keine große Wechselbereitschaft zu erkennen, sofern die Preisunterschiede zwischen den Anbietenden nicht allzu deutlich ausfielen. Sopra Steria bezieht sich dabei auf Erhebungen der Bundesnetzagentur, nach denen weiterhin 26 % der Haushalte bei Strom und 17 % bei Gas die vergleichsweise kostspieligen Grundtarife der lokalen Versorgungsunternehmen wählten. Zudem sei die Anzahl derjenigen, die den Lieferanten gewechselt haben, im Jahr 2020 etwas zurückgegangen. „Für wenige Euro Ersparnis im Jahr sind selbst die wenigen Klicks bis zum neuen Anbieter zu viel Aufwand“, so Jürgen Dreiseidler.

Energieversorgungsunternehmen müssten entsprechend auf anderen Feldern punkten. Sopra Steria sieht hier die Energieberatung als „Wachstumstreiber“ auch für Versorger. Schließlich hätten drei von zehn Menschen mit Wohneigentum in den vergangenen fünf Jahren eine Energieberatung genutzt. Auch Gewerbekundinnen und -kunden, also Betriebe und Unternehmen, benötigten Expertise auf dem Weg zur Klimaneutralität – etwa in den Bereichen Gebäudedämmung, Fuhrparkmanagement oder bei Einsparmöglichkeiten in Produktions- und Lieferprozessen.

Sopra Steria empfiehlt den Versorgern, in diesem Segment „verstärkt als Transformationspartner“ aufzutreten und das Fachwissen in Nachhaltigkeit und ökologischem Wachstum anzubieten: „Die Energieversorger werden sich vom reinen Lieferanten zum Dienstleister wandeln müssen, um für sich Wachstum zu erzeugen.“
 

Volker Stephan
© 2021 Energie & Management GmbH
Dienstag, 02.03.2021, 13:43 Uhr

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