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Enerige & Management > Klimaschutz - Energieverbrauch seit 1950 höher als in 11.700 Jahren zuvor
Bild: kav777, Fotolia
KLIMASCHUTZ:
Energieverbrauch seit 1950 höher als in 11.700 Jahren zuvor
Der Energieverbrauch der Menschheit ist laut einer Studie seit 1950 extrem angestiegen −  so stark, dass die Forscher vom Beginn eines neuen Erdzeitalters ​sprechen.
 
Eine Analyse des globalen Fußabdrucks der Menschheit zeigt ab 1950 geradezu eine „Explosion“ des Energieumsatzes. Zusammen mit weiteren Markern würde dies die Benennung einer neuen geologischen Epoche als Anthropozän rechtfertigen, argumentiert eine Forschergruppe unter Beteiligung des Geologen Michael Wagreich von der Universität Wien in einem Beitrag für das Wissenschaftsmagazin Nature Communications Earth & Environment.

Die Gruppe hat den globalen Fußabdruck der Menschheit anhand von mehreren Kenndaten im planetaren Maßstab vermessen. Der dabei errechnete globale Energieverbrauch ab Mitte des 20. Jahrhunderts ist demnach dramatisch hoch: Mit rund 22 Exa-Joules lag der Energieumsatz seit 1950 weit über dem Verbrauch in den rund 11.700 Jahren des restlichen Holozäns − der aktuellen Epoche seit Ende der letzten Eiszeit − mit 14,6 Exa-Joules.

„Der Energieumsatz in diesen 70 Jahren verändert unseren Planeten ähnlich wie der Meteoriteneinschlag am Ende der Kreidezeit vor 66 Millionen Jahren, der für das Aussterben der Dinosaurier verantwortlich war – wobei der Einschlag allerdings ein punktuelles Ereignis war“, erklärt Wagreich. Der Meteoriten-Einschlag bewirkte damals eine starke Klimaabkühlung, während der intensive Verbrauch fossiler Energie zur Klimaerwärmung führt.

Die Daten der Forschergruppe zeigen für den rasanten Anstieg ab 1950 starke Korrelationen zwischen der globalen Bevölkerung, ihrer Produktivität und ihrem Energiekonsum. Dieser Anstieg sowie zahlreiche andere Marker ab 1950 würde die bereits seit längerem diskutierte Benennung einer neuen geologischen Epoche als Anthropozän rechtfertigen, argumentieren die Forscher.

Anhand von insgesamt 16 Punkten listen die Autoren auf, wie die Menschheit sich in den Planeten eingeschrieben hätte, darunter der radioaktive Fall-out, Beton und die Veränderung von Küstenlinien, industrielle Fischerei, Landwirtschaft und Bergbau Plastik − und eben die Erderwärmung.

Als gigantische Speicher von Sonnenenergie wirken dabei die Ozeane, die rund das 20-fache des eigenen Energieverbrauchs der Menschheit für Produktion und Konsum seit 1871 gespeichert haben. Dies führt wiederum zu mehr Verdunstung und damit einem stärkeren Treibhauseffekt: Ein sich selbst verstärkender Kreislauf, der die nächste Eiszeit nach jetzigem Stand um mindestens rund 50.000 Jahre in die Zukunft verschiebt.

 
 

Peter Koller
Redakteur
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Montag, 19.10.2020, 11:33 Uhr

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