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Enerige & Management > Statistik - Energieverbrauch geht deutlich zurück
Waren im ersten Halbjahr 2022 wieder gefragt: Kohlekraftwerke, Quelle: Photocase / Markus Imorde
STATISTIK:
Energieverbrauch geht deutlich zurück
Der Energieverbrauch in Deutschland war im ersten Halbjahr 2022 rückläufig. Vor allem beim Erdgas wurde gespart.
 
Die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AGEB) führt den geringeren Energieverbrauch in den ersten Monaten des Jahres auf das sich abschwächende Wirtschaftswachstum, die milde Witterung und die kräftig gestiegenen Energiepreise zurück. Auf 3,5 % beziffert die Arbeitsgemeinschaft den Rückgang beim Verbrauch, der damit 5.950 Petajoule oder 203 Mio. Tonnen Steinkohleeinheiten betrug. Ohne den verbrauchssenkenden Effekt der milden Witterung wäre es aber nur zu einem Minus von 0,5 % gekommen.

Die AGEB geht davon aus, dass die hohen Energiepreise nicht nur zu kurzfristigen Energieeinsparungen geführt haben, sondern auch langfristig wirkende Sparmaßnahmen auslösen werden, weil sich Investitionen in die Senkung des Verbrauchs mehr lohnen.

​Alle Arten von Mineralöl stärker gefragt

Der Verbrauch von Mineralöl war in den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres insgesamt um 7,3 % höher als im Vorjahreszeitraum. Dabei verzeichneten alle Mineralölprodukte Zuwächse: Der Verbrauch von Ottokraftstoff stieg um 5,7 %, beim Dieselkraftstoff gab es einen Zuwachs um 3,5 %, der Absatz von Flugkraftstoff erhöhte sich kräftig um mehr als 60 % und die Lieferungen von Rohbenzin an die chemische Industrie legte um mehr als 6 % zu. Der Heizölabsatz verzeichnete ein Plus von gut 10 %. Der Anstieg des Mineralölverbrauchs insgesamt, vor allem die Zuwächse beim Flugkraftstoff und Heizöl, beruhen größtenteils auf einem statistischen Basiseffekt, da der Absatz im ersten Quartal 2021 unter anderem pandemiebedingt kräftig eingebrochen war.
 
Hauptsächlich auf die gestiegene Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
ist der Rückgang beim Erdgasverbrauch zurückzuführen
(Zum Vergrößern bitte auf die Grafik klicken)
Quelle: AGEB

Der Erdgasverbrauch verminderte sich im ersten Halbjahr deutlich um knapp 15 %. Hauptursache für diese Entwicklung war die mildere Witterung sowie das hohe Preisniveau. Zudem verringerte sich der Einsatz von Erdgas zur Stromerzeugung, weil die erneuerbaren Energien höhere Beiträge lieferten.

Der Einsatz von Steinkohle nahm insgesamt um 9,2 % zu. Dabei stieg der Einsatz von Steinkohle in Kraftwerken um 26 %. Die Eisen- und Stahlindustrie verringerte ihre Nachfrage um 5 %.

Auch Braunkohle lag um 10,6 % über dem Niveau des Vorjahreszeitraumes, aber um etwa 5 % unter dem Vergleichswert von 2019 und folgt damit weiter einem längerfristigen Reduktionspfad. In den ersten beiden Monaten des laufenden Jahres sorgte die hohe Produktion von Strom aus Windanlagen für einen Rückgang bei der Braunkohleverstromung. Von März bis Juni ging der Bedarf von Strom aus Braunkohlekraftwerken dagegen wieder deutlich nach oben, weil weniger Windenergie ins Netz eingespeist wurde. Außerdem ersetzte Strom aus Braunkohlekraftwerken einen Teil der Erzeugung der Ende 2021 abgeschalteten Kernkraftwerke.

​Erneuerbare legen um 4,7 % zu

Die Stromerzeugung aus Kernenergie verringerte sich verglichen mit dem ersten Halbjahr des Vorjahres um gut die Hälfte. Der Rückgang ist auf die Stilllegung der Atomkraftwerke in Grohnde, Brokdorf und Gundremmingen und der damit verbundenen Verminderung der installierten Leistung von 8.113 auf 4.055 MW zurückzuführen.

Der Beitrag der erneuerbaren Energien stieg im ersten Halbjahr 2022 um 4,7 %. Bei außergewöhnlich guten Windverhältnissen vor allem im Februar steigerten die Windenergieanlagen ihre Stromproduktion um 18 %. Die Wasserkraftwerke lieferten dagegen 1 % weniger Strom. Die Solarenergie konnte um 20 % zulegen, bei der Biomasse kam es zu einem leichten Rückgang um 2 %.

Die energiebedingten CO2-Emissionen nahmen nach vorläufigen Berechnungen der AGEB um rund 1 % zu, da die Rückgänge bei der Stromerzeugung aus Kernenergie sowie dem Einsatz von Erdgas vor allem durch Stein- und Braunkohle ausgeglichen wurden.
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Mittwoch, 03.08.2022, 15:19 Uhr

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