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Enerige & Management > Effizienz - Energielabel: Aus A+++ wird B, C oder D
Bild: Shutterstock, Rido
EFFIZIENZ:
Energielabel: Aus A+++ wird B, C oder D
Ab März dieses Jahres sind Haushaltsgeräte im Handel mit neuen Energielabeln versehen. Die auffälligste Neuerung ist eine geänderte Effizienzklassen-Skala. Plus-Klassen ade!
 
Seit 1996 geben Energielabel Konsumentinnen und Konsumenten Informationen über die Energieeigenschaften von Haushalts- und Elektrogeräten. Nicht selten sind sie ausschlaggebend bei der Kaufentscheidung. Diese Verbraucherinformation ist gesetzlich vorgeschrieben und gilt in der gesamten Europäischen Union. Letztere hat in der EU-Energielabel-Verordnung vom 1. August vor mittlerweile vier Jahren beschlossen, das Energielabel zu modernisieren (E&M berichtete).

Jetzt wird diese Entscheidung augenfällig: Ab März 2021 werden die neuen Energielabel nach und nach im Handel zu sehen sein − erst bei Kühl- und Gefriergeräten, Weinkühlschränken, Geschirrspülern, Waschmaschinen, Wäschetrocknern, Fernsehern und Monitoren. Ab September 2021 folgen elektrische Lampen. Spätestens bis 2030 sollen alle Produktgruppen, auch Raumheizgeräte und Warmwasserbereiter, umgestellt sein.

Kaufinteressenten müssen sich dann umstellen. Claudia Oberascher von der "Initiative HAUSGERÄTE+" zu der auffälligsten Neuerung: "Waren bisher die sparsamsten Geräte in der Energieeffizienzklasse A+++ zu finden, kann das zukünftig auch B, C oder D sein, je nach Gerätegruppe". Die Effizienzklassen-Skala reicht dann insgesamt von A bis G. Optisch verstärkt wird die Klassen-Einstufung − wie bisher auch − durch farbige Balken von Grün bis Rot.

Keine 1:1-Umrechnung vom alten auf neues Energielabel

Die Initiative warnt davor, alte zu neuen Labelklassen 1:1 umzurechnen. Die Messbedingungen und Berechnungsverfahren für die Einstufung in die neuen Energieeffizienzklassen hätten sich deutlich geändert. Auch die angegebenen Energieverbrauchswerte seien nicht vergleichbar. 

Insbesondere Waschmaschinen und Geschirrspüler sind auf dem neuen Energielabel mit einem deutlich niedrigeren Energieverbrauch ausgewiesen. Der Grund: "Bisher ist ein Jahresenergieverbrauch auf Basis von 220 Waschgängen beziehungsweise 280 Spülgängen angegeben, zukünftig wird von 100 Nutzungen ausgegangen". Neu sei auch die Angabe der Programmdauer in Stunden und Minuten. Außerdem müssen die Hersteller auch der Geräuschwert ihres Gerätes in Dezibel klassifizieren, um den Käufern eine Einschätzung der Lautstärke zu geben.

Weitere Veränderungen auf dem neuen Energielabel:
  • Ein QR-Code oben rechts auf dem Energielabel führt zur Europäischen Produktdatenbank "EPREL" mit weiteren Informationen zum Produkt
  • Die Bedienungsanleitungen führen Hinweise zum effizienten Gebrauch der Geräte auf
  • Gerätehersteller müssen die neue Vorgabe erfüllen, dass wichtige Ersatzteile bis zu zehn Jahre nach dem letzten Inverkehrbringen noch erhältlich sind. Dies soll Reparaturen erleichtern und die Gerätenutzung verlängern.
 
Neues Energielabel für Geschirrspüler mit Erklärungen
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Grafik: Initiative Hausgeräte+

Grund für die Umstellung des Energielabels

Den technischen Fortschritt bei vielen Gerätegruppen seit 1996 gibt die Initiative Hausgeräte Plus als Grund für das geänderte Label an. Um verbesserte Energieverbräuche anzuzeigen, wurde seit damals die Klasse A schrittweise um die Klassen A+, A++ und A+++ ergänzt. Insbesondere bei Waschmaschinen, die fast nur noch in der besten Klasse A+++ erhältlich sind, war diese Entwicklung zu beobachten. Nach oben war keine optische Anpassung mehr möglich. Vor diesem Hintergrund hat die Europäische Union die Rückkehr zur einheitlichen Energieverbrauchsskala mit den sieben Klassen A bis G beschlossen. 

Um dem Fortschritt künftig noch Luft nach oben zu geben, sind die Klassengrenzen streng definiert. Die beste Klasse A wird zur Einführung voraussichtlich nicht oder nur in Einzelfällen erreicht werden, heißt es seitens der Initiative. "Die Geräte sind aber mindestens genauso energieeffizient wie vor der Umstellung", versichert Claudia Oberascher. 

Weitere Details zu den Änderungen beim EU-Energielabel finden sich auf der Internetseite der Initiative Hausgeräte Plus   .
 

Davina Spohn
Redakteurin
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Mittwoch, 27.01.2021, 09:01 Uhr

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