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ELEKTROFAHRZEUGE:
Energieimporte für Dekarbonisierung des Verkehrs
Die Bundesregierung hält an ihrer Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie zur Umsetzung von Klimaschutz im Verkehr fest.
 
Die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie (MKS) der Bundesregierung enthält noch keine konkreten Vorschläge, wie die Vorgaben des im letzten Jahr verabschiedeten Klimaschutzplans für den Verkehrssektor umgesetzt werden sollen. Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, sprach bei der MKS-Jahreskonferenz Ende Mai in Berlin von einer „lernenden Strategie“, die weiterentwickelt werden müsse.

Die MKS sei ein „zentrales Umsetzungsinstrument“ für Klimaschutz im Verkehr, unterstrich Barthle. Er plädierte dafür, auch in Zukunft nicht nur die Elektromobilität sondern ebenso Erdgas, erneuerbare Gase sowie regenerativen Wasserstoff als klimaverträglichere Kraftstoffe im Blick zu behalten und zu fördern.

„Die Dekarbonisierung des Verkehrs ist keine leichte Aufgabe, sondern eine große Anstrengung“, beschrieb Wolfgang Schade, Geschäftsführer und wissenschaftlicher Leiter der M-Five GmbH in Karlsruhe, die wissenschaftliche Sicht auf die Dinge. Er versuchte zu skizzieren, wie das Ziel des Klimaschutzplans, die Treibhausgasemissionen aus dem Verkehr bis 2030 um 40 bis 42 Prozent gegenüber 1990 zu reduzieren, erreicht werden könnte.

Als wichtigsten Baustein dafür sieht Schade Effizienzverbesserungen im Verkehrssektor. Aber auch die Elektrifizierung sei ein bedeutender Faktor – etwa neun Millionen Autos mit Stecker bis 2030 sollten es schon sein, meinte der Wissenschaftler. Darüber hinaus könne die Mobilität durch bessere Beladungsfaktoren im Güter- und bessere Besetzungsquoten im Personenverkehr oder durch Verlagerungen auf die Schiene klimaverträglicher werden. Nicht zuletzt sei auch darauf zu achten, die Flüssigkraftstoffe zu dekarbonisieren, beispielsweise durch Steigerung des Biokraftstoffanteils auf zehn Prozent. Wenn alle Beteiligten einen Beitrag leisteten – „dann kann es gelingen“, lautete die Prognose Schades. Konkrete Konzepte für die Umsetzung der Ziele des Klimaschutzplans erwartet er für Anfang nächsten Jahres.

Gas- und Wasserstoffinfrastruktur nicht vernachlässigen

Michael Rodi, Direktor des Instituts für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) in Berlin und Professor für Energierecht an der Uni Greifswald, plädierte für Technologieoffenheit bei der Suche nach klimaverträglicheren Verkehrskonzepten und ebenso dafür, die Gas- und Wasserstoffinfrastruktur nicht zu vernachlässigen. Entscheidungen über Infrastrukturbelange sollten nicht auf die lange Bank geschoben werden, mahnte er.

Martin Kaltschmitt, Professor an der TU in Hamburg-Harburg und Leiter des Instituts für Umwelttechnik und Energiewirtschaft hält es noch nicht für entschieden, ob sich bei der Dekarbonisierung des Verkehrs der Batterieantrieb oder Wasserstoff beziehungsweise andere Power-to-Liquids-Konzepte durchsetzen. Er glaube außerdem nicht daran, dass in Deutschland genug erneuerbarer Strom erzeugt werden kann, um auch den gesamten Verkehr zu elektrifizieren, sagte er in Berlin. Dafür sei es erforderlich, nachhaltig und versorgungssicher regenerative Energie aus anderen Ländern nach Deutschland zu bringen.

Die MKS wurde 2012 und 2013 im Rahmen eines Fachdialogs mit rund 400 Unternehmen, Verbänden, Bürgern und Experten aus Gesellschaft, Industrie und Wissenschaft erarbeitet. Sie bündelt Technologien sowie Energie- und Kraftstoffoptionen für die unterschiedlichen Verkehrsträger und wurde 2013 vom Bundeskabinett verabschiedet.
 

Peter Focht
Redakteur
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Dienstag, 30.05.2017, 16:40 Uhr

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