• Strom, CO2 und Erdgas im Aufwärtsmodus
  • BEE entscheidet über Integration seiner Verbände
  • Shell setzt auf Batteriewechsel
  • Zubau um die Hälfte größer als 2020
  • Inflation vor allem wegen Energiepreisen hoch
  • "Natürlich schlägt Profit Nachhaltigkeit"
  • "Startschuss" zur Dekarbonisierung des Bauwesens
  • Power-to-Heat-Anlagen nutzen überschüssigen Windstrom
  • Engie und BASF schließen PPA
  • In Portugal geht das letzte Kohlekraftwerk vom Netz
Enerige & Management > Kohlekraftwerke - Endgültige Stilllegung des Kraftwerks Frimmersdorf
Quelle: Photocase.com, Markus Imorde
KOHLEKRAFTWERKE:
Endgültige Stilllegung des Kraftwerks Frimmersdorf
Nach vier Jahren Sicherheitsbereitschaft gehen am 30. September die letzten Blöcke des Kraftwerks Frimmersdorf in Grevenbroich endgültig außer Betrieb, wie der Betreiber RWE mitteilt.
 
RWE Power legt das Braunkohlenkraftwerk Frimmersdorf endgültig still. Die vierjährige Sicherheitsbereitschaft der beiden noch verfügbaren 300-Megawatt-Blöcke P und Q endet am 30. September ohne einen Einsatz.

Die übrigen Blöcke sind schon deutlich früher vom Netz gegangen. Die betroffenen rund 30 Mitarbeiter wechseln entweder in den Ruhestand oder zum benachbarten Kraftwerk Neurath, mit dem der Standort Frimmersdorf organisatorisch verbunden ist.

Der traditionsreiche Energiestandort war fast 100 Jahre lang aktiv. Die Zukunft des Areals wird nun mit der Stadt Grevenbroich und dem Rhein-Kreis Neuss geklärt, teilt RWE mit. In dem Grevenbroicher Stadtteil ging bereits 1926 ein erstes Braunkohlenkraftwerk in Betrieb. Das spätere Kraftwerk Frimmersdorf II mit seinem markanten, rund 550 Meter langen Maschinenhaus und zwei 100- sowie zwölf 150-MW-Blöcken ergänzte und ersetzte es ab dem Jahr 1955.

Die Anlage war damals Vorreiterin der Kraftwerkstechnologie und zeitweise das größte Wärmekraftwerk der Welt. Die beiden letzten Blöcke P und Q nahmen 1966 und 1970 die Stromerzeugung auf. Die intern „Paula“ und „Quelle“ genannten Anlagen wurden zum 1. Oktober 2017 in die Sicherheitsbereitschaft überführt.
 
Kraftwerk Frimmersdorf Quelle: RWE

Weitere Stilllegungen als Teil des Kohleausstiegs

Bis Ende nächsten Jahres gehen an den anderen RWE-Standorten im Revier weitere sechs Braunkohlenblöcke vom Netz. Von den Stilllegungen, die gemäß dem Kohleausstiegsgesetz erfolgen, sind bis 2023 rund 3.000 Beschäftigte der RWE Power betroffen. Der Ende August 2020 abgeschlossene Tarifvertrag stellt sicher, dass es keine betriebsbedingten Kündigungen gibt und die Stilllegungen sozialverträglich gestaltet werden.

Dazu leisten auch staatliche Maßnahmen, wie etwa das Anpassungsgeld, einen Beitrag. Bis 2030 reduziert RWE ihre Braunkohlenkapazitäten um zwei Drittel. „Der konsequente und verlässliche schrittweise Ausstieg aus der Kohle ist in vollem Gange und ein weiterer wichtiger Bestandteil der Transformation von RWE zu einem der weltweit führenden Betreiber von erneuerbaren Energien“, schreibt das Unternehmen.

Dank für Jahrzehnte sicherer Energieversorgung

„Dass ,Paula‘ und ,Quelle‘ so viele Jahre zuverlässig für die Stromversorgung verfügbar waren, ist einer professionellen Betriebsführung und einer hervorragenden Instandhaltung zu verdanken, vor allem aber ist sie das Ergebnis des großen Engagements der ganzen Mannschaft“, betonte RWE Power-Vorstandsmitglied Lars Kulik bei einer internen Abschiedsfeier. Er würdigte die Rolle des Standorts Frimmersdorf für die Entwicklung von RWE, für die Stadt Grevenbroich und für die Stromversorgung Deutschlands.

Die beiden Blöcke „Paula” und „Quelle“ haben seit ihrer Inbetriebnahme in zusammen 700.000 Betriebsstunden 244 Mrd. kWh Strom erzeugt. Damit könnte man rein rechnerisch sämtliche Stromverbraucher Düsseldorfs 60 Jahre lang versorgen. Der gesamte Standort Frimmersdorf II hat seit Bestehen fast 1.000 Mrd. kWh Strom erzeugt - genug, um Düsseldorf 250 Jahre unter Strom zu halten.
 

Susanne Harmsen
Redakteurin
+49 (0) 151 28207503
eMail
facebook
© 2021 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 30.09.2021, 10:45 Uhr

Mehr zum Thema