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Enerige & Management > Heizkraftwerke - EnBW will 434-MW-Block stilllegen
Bild: E&M
HEIZKRAFTWERKE:
EnBW will 434-MW-Block stilllegen
Die Energie Baden-Württemberg (EnBW) will Block 1 des Heizkraftwerks Altbach/Deizisau aus wirtschaftlichen Gründen für immer vom Netz nehmen.
 
Bei dem Heizkraftwerk Altbach/Deizisau handelt es sich um einen Steinkohleblock mit einer elektrischen Leistung von 434 MW und einer Fernwärmeauskopplung von bis zu 280 MW. In Betrieb ging die Anlage in Baden-Württemberg im Jahr 1985, teilte EnBW mit. Man wolle das Kraftwerk stilllegen, weil sich dessen Betrieb nicht mehr lohne. Die niedrige Strompreise im Großhandel und die geringen erzielbaren Margen machen „einen wirtschaftlichen Betrieb von Kohlekraftwerken sehr schwierig“, heißt es vonseiten des Unternehmens.
 
Die EnBW meldet das Kraftwerk nun bei der Bundesnetzagentur und den Übertragungsnetzbetreibern zur Stilllegung an. Sollte man dort zur Auffassung kommen, dass Block 1 systemrelevant für die Versorgungssicherheit ist, kann es nicht stillgelegt werden und muss unter dem Regime der Netzreserveverordnung am Netz gehalten werden.
 
Die Bundesnetzagentur hat kürzlich eine aktualisierte Liste der zur Stilllegung angemeldeten konventionellen Kraftwerken vorgelegt. Darin sind 70 Kraftwerke mit einer Leistung von insgesamt 13 292 MW von den Betreibern zur endgültigen Stilllegung angemeldet. Darin enthalten sind systemrelevante Kraftwerke mit einer Kapazität von 3 264 MW. Das Heizkraftwerk Altbach/Deizisau ist bislang noch nicht in der Liste aufgenommen.
 
Wie EnBW weiter mitteilt, habe das Unternehmen seit 2013 neun konventionelle Kraftwerksblöcke zur Stilllegung angemeldet. Sieben dieser Anlagen mit einer Leistung von 920 MW seien als systemrelevant eingestuft und in die Netzreserve überführt worden. Für den kürzlich zur Stilllegung angemeldeten Kraftwerksblock RDK 4S (365 MW) in Karlsruhe laufe das Verfahren noch. Rechne man die stillgelegten, die zur Stilllegung angemeldeten und die verkauften Kraftwerke zusammen, so habe die EnBW ihr Portfolio „bei der Steinkohle in den vergangenen Jahren um 40 Prozent reduziert“.
 
Die Fernwärmeversorgung in der Region sei von Stilllegung nicht betroffen, „da mit den anderen Anlagen am Standort und im Fernwärmeverbund Mittlerer Neckar jederzeit ausreichend Kapazitäten zur Verfügung stehen“. Für die rund 70 Beschäftigen des Kraftwerks habe die EnBW bereits 2014 eine Beschäftigungssicherung vereinbart, die im Falle einer endgültigen Stilllegung zur Anwendung komme.
 

Stefan Sagmeister
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Freitag, 24.02.2017, 16:17 Uhr

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