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Enerige & Management > Geothermie - EnBW und MVV Energie wollen Erdwärme erschließen
Bild: Fotolia.com, Cardaf
GEOTHERMIE:
EnBW und MVV Energie wollen Erdwärme erschließen
Die Energieunternehmen EnBW Energie Baden-Württemberg und MVV Energie haben eine Aufsuchungslizenz im Oberrheingraben beantragt. Sie wollen die Erdwärme für die Fernwärme nutzen.
 
Das Konsortium von EnBW und der MVV Energie hat sich um eine Lizenz für das sogenannte Feld „Hardt“ im Raum Schwetzingen (Baden-Württemberg) beworben, teilten beide Unternehmen am 28. September mit. Das Aufsuchungsgebiet rund um Schwetzingen umfasst eine Fläche von knapp 270 Quadratkilometern und reicht rechtsrheinisch vom Mannheimer Süden bis Reilingen.

Die Konzession für Bohrungen vergibt in das Regierungspräsidium Freiburg. Die Behörde hat nun das Verfahren zur Erteilung der bergrechtlichen Erlaubnis „Hardt“ gestartet. Mit einer endgültigen Entscheidung sei laut Behörde frühestens zum Jahresende zu rechnen.

Nach Auskunft des Regierungspräsidiums Freiburg hatte auch die Deutsche Erdwärme einen Antrag gestellt. Dieser wurde jedoch abgelehnt. Das Unternehmen wollte in den kommenden fünf Jahren im Raum Heidelberg-Mannheim-Schwetzingen an mehreren Standorten Tiefengeothermie für die Erzeugung von Strom und Wärme erschließen. Zu den Gründen, warum die Behörde dem Konsortium den Vorrang einräumt, äußerte sie sich nicht.

Fernwärmeversorgung soll grüner werden

Die EnBW sowie die MVV Energie wollen mit der Erdwärme vor allem die Fernwärmeversorgung grüner gestalten. Durch das Aufsuchungsfeld führt eine Fernwärmeleitung, die von beiden Unternehmen betrieben wird. „Unsere beiden Unternehmen wollen nun gemeinsam das vorhandene Potenzial in der Region verantwortungsvoll prüfen“, sagte MVV-Technikvorstand Hansjörg Roll.

Erst danach würden die Genehmigungsanträge für die notwendigen Bohrungen und die Geothermie-Nutzung sowie die Einbindung in das bestehende Fernwärmenetz für die am besten geeigneten Standorte gestellt, ergänzte MVV-Projektleiter Matthias Wolf.

Das Bundesland Baden-Württemberg fördert die Geothermie am Oberrhein. „Wir brauchen die tiefe Geothermie für die Wärmewende im Land. Insbesondere am Oberrhein besteht ein großes Potenzial, das wir nutzen wollen“, sagte etwa Regierungspräsidentin Bärbel Schäfer im Frühjahr 2020.

Bewilligt wurden bislang drei Anlagen: Das Geothermiekraftwerk in Bruchsal ist seit mehreren Jahren in Betrieb, in Pfullendorf versorgen die Tiefbohrungen eine Kaserne und in Weinheim soll ein Freizeitbad mit Wärme beliefert werden. Zehn weitere Vorhaben begleite die baden-württembergische Behörde derzeit in Genehmigungsverfahren.

Beide Unternehmen bringen in diesem Konsortium Erfahrung aus dem Bereich Tiefengeothermie mit ein: Die EnBW ist zum Beispiel seit Jahren an Geothermiekraftwerk Soultz-sous-Forets beteiligt und betreibt die Anlage in Bruchsal.

Die MVV Energie bringt ebenfalls Erfahrung mit dieser Erneuerbarenquelle mit. Sie versorgt in Weinheim/Bergstraße bereits seit vielen Jahren das Erlebnisbad mit der Wärme aus der Erde. Und die tschechisches Tochterunternehmen MVV Energie CZ setzt am Standort in Decin an der tschechisch-deutschen Grenze bei der Wärmeversorgung auf die Geothermie.
 

Heidi Roider
Redakteurin und Chefin vom Dienst
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Dienstag, 29.09.2020, 12:09 Uhr

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