• Digitalisierung weit oben auf der Agenda
  • Neue Vorstandschefs bei RWE-Gesellschaften
  • Windgenossen im Zwielicht
  • Gas: Überwiegend schwächer
  • Optimierung vor Verstärkung vor Ausbau
  • Mehr als 3 000 E-Roller-Fahrer in Stuttgart
  • Altmaier für weiter verbindlichen Ausbaukorridor
  • Strom: Weitere Korrektur
  • CO2-Mindestpreis könnte Strom deutlich verteuern
  • Speicherinhalte Schweiz - Woche 25/2017
Bild: EnBW
BILANZ:
EnBW negativ belastet
Temporäre negative Effekte haben das Quartalsergebnis der EnBW weiter belastet. Zugleich macht sich der Konzernumbau verstärkt im Ergebnis bemerkbar.
 
Tiefrote Zahlen beim drittgrößten Energiekonzern EnBW: In den ersten neun Monaten dieses Jahres hat das Karlsruher Unternehmen ein Minus von 192,5 Mio. Euro verbuchen müssen. Im Vorjahreszeitraum war noch ein Gewinn von 710,8 Mio. Euro erwirtschaftet worden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) gab um 16 % auf 590,4 Mio. Euro nach. Insgesamt setzte das Unternehmen in den ersten neun Monaten 14,3 Mrd. Euro um, dies waren 6,8 % weniger als im Vorjahreszeitraum.

Der Ergebnisrückgang ist vor allem temporären Effekten im Bereich Erzeugung und Handel geschuldet. In dieser Sparte brach das Ergebnis um 77,7 % auf 149,7 Mio. Euro ein, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Finanzvorstand Thomas Kusterer nannte insbesondere die zeitlich verschobene Revision des Kernkraftwerks Neckarwestheim 2 als Ursache für diese Entwicklung. Positive Fortschritte habe das Unternehmen dagegen mit dem Konzernumbau machen können. „Die Bereiche Netze, Erneuerbare und Vertrieb prägen inzwischen über 80 Prozent des Konzernergebnisses“, unterstrich Kusterer.

Vor dem Hintergrund niedriger Strompreise und dem extrem schwierigen Zinsumfeld will EnBW auch weiterhin an einer Verbesserung seiner Effizienz arbeiten und seine Konzernstrategie für 2020 konsequent umsetzen. Dennoch muss EnBW seine Rückstellungen für Pensionen und den Kernenergieausstieg um 1,3 Mrd. Euro erhöhen. Für den von der Bundesregierung gebilligten Fonds zur Finanzierung des Kernenergieausstiegs wird EnBW inklusive des geforderten Risikoaufschlags voraussichtlich 4,7 Mrd. Euro bereitstellen. Kusterer rechnet damit, dass noch in diesem Jahr eine gesetzliche und vertragliche Umsetzung des Kernenergieausstiegs-Kompromisses vollzogen und dies zu einem deutlich negativen Konzernergebnis führen wird. Die Lage sei dadurch zwar „extrem schwierig“ und werde die Unternehmen „bis zur Grenze ihrer Leistungsfähigkeit belasten“, wie Kusterer betonte, aber zugleich gebe ein solcher Schritt auch allen „Beteiligten Handlungs- und Planungssicherheit“. EnBW sei danach in der Lage, „alle Kräfte auf die Erreichung unserer strategischen Ziele 2020 konzentrieren zu können“, führte Kusterer seine oberste Priorität aus.

Im Bereich erneuerbare Energien will EnBW weiterhin mit der Offshore-Windenergie punkten. In diesem Segment konnte das bereinigte Ergebnis vor Steuern (Adjusted Ebitda) um 42,8 % auf 223,2 Mio. Euro erhöht werden, nachdem der Offshore-Windpark Baltic 2 im September 2015 vollständig in Betrieb genommen werden konte. Allerdings lag die Windstärke in den ersten neun Monaten dieses Jahres unter dem langjährigen Planungsdurchschnitt. Dennoch tragen die erneuerbaren Energien inzwischen zu 16,3 % zum konzernweiten Ergebnis bei, im vergangenen Jahr lag dieser Anteil noch bei 9,6 %. Die jüngste Offshore-Ausschreibung in Dänemark, wo EnBW gegen Vattenfall unterlegen war, sei zu einem „sportlichen Preis“ erfolgt, so Kusterer. Er sieht sich generell im Offshore-Sektor aber gut aufgestellt und will bis Ende des Jahres eine Investitionsentscheidung für den Offshore-Park Hohe See (500 MW) treffen. Mit dem Projekt Albatros (400 MW) und He Dreight (700 MW) hat das Karlsruher Unternehmen zwei weitere Offshore-Windparks in der Projektpipeline.

Für das Gesamtjahr erwartet EnBW-Finanzvorstand Kusterer nach wie vor ein operatives Ergebnis um 2 Mrd. Euro, das „zwischen fünf und zehn Prozent“ unter dem Vorjahresniveau liegen wird.
 

Kai Eckert
Redakteur
+49 (0) 4101 / 8692995
eMail
facebook
© 2017 Energie & Management GmbH
Donnerstag, 10.11.2016, 11:43 Uhr

Mehr zum Thema