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Enerige & Management > Windkraft - EnBW macht Vorschlag für regionale Fenster
Bild: Fotolia/Felix brönnimann
WINDKRAFT:
EnBW macht Vorschlag für regionale Fenster
Um künftig wieder zu bundesweit gleichmäßigeren Ausbau der Windkraft zu kommen, hat EnBW ein neues Zonen-Modell für die Ausschreibungen vorgelegt.
 
Rechtzeitig vor der am 26. Oktober erstmals tagenden schwarz-gelb-grünen Verhandlungsrunde zu den Themen Klima, Energie und Umwelt hat die Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) einen eigenen Vorschlag vorlegt, mit dem es künftig wieder einen über alle Bundesländer verteilten Windkraftausbau geben soll. Bei den ersten beiden Ausschreibungsrunden waren nach Berechnungen der Fachagentur Windenergie an Land nur 15 Prozent der erfolgreichen Gebote auf die südlichen Regionen entfallen, mit gut 85 Prozent hatten Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern oder auch Brandenburg trotz der Restriktionen eines Netzausbaugebietes das Gros der Zuschläge abgesahnt.

Wie auch jüngst Baden-Württembergs grüner Umwelt- und Energieminister Franz Untersteller bringt auch die EnBW die Idee einer Regionalquote bei den Ausschreibungen zurück auf die Tagesordnung. Allerdings spricht der Energiekonzern aus dem Südwesten nicht mehr von Regionalquote, sondern von regionalen Fenstern.

Danach schlägt EnBW die drei Zonen Nord, Mitte und Süd vor, die sich an den Grenzen der in die Industrie anerkannten Vergabeordnung für gemeinsame Ausschreibungen orientieren. Auf diese drei Regionen sollen jeweils 25 Prozent der erfolgreichen Zuschläge entfallen. „Die restlichen 25 Prozent der Gebotsmenge werden gebotszonenübergreifend auktioniert und die Zuschläge an die günstigsten Gebote vergeben“, heißt es in dem Vorschlagspapier.

Als Vorteil dieses Modells sieht EnBW nicht nur die gleichmäßige Verteilung des weiteren Windkraftausbaus hierzulande, sondern auch den Wegfall des mit der letztjährigen EEG-Reform geschaffenen Netzausbaugebietes. Auf diese Regionen, sprich in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und den nördlichen Landkreisen Niedersachsens, dürften laut EEG bei den Ausschreibungen nur knapp 60 Prozent der Windkraftleistung entfallen, die dort im Durchschnitt der vergangenen drei Jahre neu ans Netz gegangen ist.

Beibehalten will die EnBW allerdings das Referenzertragsmodell, das je nach Windhöffigkeit der einzelnen Standorte für einen Ausgleich der Vergütungshöhen sorgt. Allerdings plädieren die Windexperten des Stromkonzerns für eine feine, aber entscheidende Änderung des Referenzertragsmodells: Künftig sollen auch wieder Flächen mit einer Standortgüte von 60 Prozent in dem Modell berücksichtigt werden, von dem insbesondere Standorte in Süddeutschland profitieren, sprich im EnBW-Stammland.

Noch zwei Vorteile für die „regionalen Fenster“ betont EnBW in seinen Vorschlägen: Das Drei-Zonen-Modell „fördert den Erhalt der Akzeptanz für den klimapolitisch wichtigen Ausbau der Windenergie an Land.“ Außerdem stelle der Vorschlag nicht die grundsätzliche Festlegung für ein Ausschreibungsregime für die Förderung in Frage, sondern greift nur in „die Reihung der Zuschläge“ ein.

Bereits bei der letztjährigen EEG-Debatte hatte sich Energie Baden-Württemberg für eine Regionalquote bei den Windkraft-Ausschreibungen stark gemacht, die sich am Netzausbau orientieren sollte. Mit diesem Vorschlag war EnBW allerdings am Widerstand des Bundeswirtschaftsministeriums gescheitert.
 

Ralf Köpke
© 2019 Energie & Management GmbH
Montag, 23.10.2017, 16:45 Uhr

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