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Energie & Management > Strom - EnBW erhebt schwere Vorwürfe gegen Stromio
Quelle: Fotolia / galaxy67
Strom

EnBW erhebt schwere Vorwürfe gegen Stromio

Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW hält die Kündigung von Kunden durch den Billiganbieter Stromio für rechtswidrig und bereitet eine Klage vor.
Stromio wälze die Folgekosten der eigenen Risikostrategie auf die Kundinnen und Kunden sowie auf andere Marktteilnehmer ab, heißt es in einer Mitteilung von EnBW. Für die mehr als 40.000 betroffenen Haushalte im eigenen Grundversorgungsgebiet habe man nahtlos die Bereitstellung des Stroms übernommen und sei ohne Wenn und Aber eingesprungen.

Volker Bloch, der das Endkundengeschäft der EnBW verantwortet, zeigt sich allerdings verärgert, was Stromio betrifft: „Das Vorgehen von Stromio halten wir für nicht tragbar und rechtswidrig.“ Die EnBW bereite deshalb nun eine Klage vor. Aus Sicht der EnBW sind die Kündigungen unwirksam.

Die Preise an den Energiebörsen sind vor allem seit dem zweiten Halbjahr 2021 deutlich gestiegen. In der Folge hatten einige Stromanbieter – wie mehrfach berichtet – Insolvenz angemeldet. Bei anderen wiederum war das nicht der Fall: Stromio hatte einer Vielzahl ihrer Kunden kurzfristig gekündigt, obwohl das Unternehmen nicht insolvent ist.

Mit dem Vorgehen habe Stromio die Verbraucher verunsichert und ihnen wirtschaftlich geschadet, so EnBW. Darüber hinaus verursache dieses Vorgehen den Grundversorgern wie der EnBW erhebliche Mehrkosten. Denn anders als für die eigenen Bestandskunden, für die man „seit jeher eine solide langfristige Beschaffungsstrategie verfolge“, musste man die kurzfristig benötigten Strommengen für die neuen Kunden zusätzlich und zu deutlich höheren Preisen am Markt beschaffen.

EnBW ist nach eigenen Angaben der erste Grundversorger, der in der aktuellen Situation rechtliche Schritte gegen die Stromio GmbH auf Aufwendungsersatz vorbereitet. Auch Klagen gegen weitere Anbieter will das Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe nicht ausschließen.

Stromio hatte kurz vor Weihnachten Stromlieferungen unter Verweis auf eine „Preisexplosion an den europäischen Energiehandelsplätzen“ eingestellt. Branchenkenner gehen davon aus, dass Hunderttausende Kunden betroffen sind. Der Energiediscounter aus dem nordrhein-westfälischen Kaarst ist dabei kein Einzelfall: Laut Bundesnetzagentur hatte im vergangenen Jahr eine zweistellige Zahl an Energieversorgern die Beendigung der Belieferung angekündigt beziehungsweise vollzogen.

Montag, 31.01.2022, 16:18 Uhr
Gnter Drewnitzky
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EnBW erhebt schwere Vorwürfe gegen Stromio
Der baden-württembergische Energiekonzern EnBW hält die Kündigung von Kunden durch den Billiganbieter Stromio für rechtswidrig und bereitet eine Klage vor.
Stromio wälze die Folgekosten der eigenen Risikostrategie auf die Kundinnen und Kunden sowie auf andere Marktteilnehmer ab, heißt es in einer Mitteilung von EnBW. Für die mehr als 40.000 betroffenen Haushalte im eigenen Grundversorgungsgebiet habe man nahtlos die Bereitstellung des Stroms übernommen und sei ohne Wenn und Aber eingesprungen.

Volker Bloch, der das Endkundengeschäft der EnBW verantwortet, zeigt sich allerdings verärgert, was Stromio betrifft: „Das Vorgehen von Stromio halten wir für nicht tragbar und rechtswidrig.“ Die EnBW bereite deshalb nun eine Klage vor. Aus Sicht der EnBW sind die Kündigungen unwirksam.

Die Preise an den Energiebörsen sind vor allem seit dem zweiten Halbjahr 2021 deutlich gestiegen. In der Folge hatten einige Stromanbieter – wie mehrfach berichtet – Insolvenz angemeldet. Bei anderen wiederum war das nicht der Fall: Stromio hatte einer Vielzahl ihrer Kunden kurzfristig gekündigt, obwohl das Unternehmen nicht insolvent ist.

Mit dem Vorgehen habe Stromio die Verbraucher verunsichert und ihnen wirtschaftlich geschadet, so EnBW. Darüber hinaus verursache dieses Vorgehen den Grundversorgern wie der EnBW erhebliche Mehrkosten. Denn anders als für die eigenen Bestandskunden, für die man „seit jeher eine solide langfristige Beschaffungsstrategie verfolge“, musste man die kurzfristig benötigten Strommengen für die neuen Kunden zusätzlich und zu deutlich höheren Preisen am Markt beschaffen.

EnBW ist nach eigenen Angaben der erste Grundversorger, der in der aktuellen Situation rechtliche Schritte gegen die Stromio GmbH auf Aufwendungsersatz vorbereitet. Auch Klagen gegen weitere Anbieter will das Unternehmen mit Sitz in Karlsruhe nicht ausschließen.

Stromio hatte kurz vor Weihnachten Stromlieferungen unter Verweis auf eine „Preisexplosion an den europäischen Energiehandelsplätzen“ eingestellt. Branchenkenner gehen davon aus, dass Hunderttausende Kunden betroffen sind. Der Energiediscounter aus dem nordrhein-westfälischen Kaarst ist dabei kein Einzelfall: Laut Bundesnetzagentur hatte im vergangenen Jahr eine zweistellige Zahl an Energieversorgern die Beendigung der Belieferung angekündigt beziehungsweise vollzogen.

Montag, 31.01.2022, 16:18 Uhr
Gnter Drewnitzky

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