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Bild: EnBW
BILANZ:
EnBW bleibt positiv gestimmt
Die Belastungen aus dem Kernenergie-Kompromiss haben der EnBW im vergangenen Jahr einen hohen Fehlbetrag beschert. Im operativen Geschäft stimmt die Entwicklung aber positiv.
 
Der Energiekonzern EnBW Energie Baden-Württemberg AG soll in diesem Jahr erstmals seine seit 2011 rückläufige Ergebnisentwicklung stoppen. Der Vorstandsvorsitzende Frank Mastiaux zog am 28. März eine positive Zwischenbilanz zur Umsetzung des Strategieprogramms 2020. „Trotz außergewöhnlich hoher Sonderbelastungen, die wir 2016 verkraften mussten, können wir sagen: Unser konsequenter und tief greifender Umbaukurs zahlt sich aus, sowohl auf der Effizienz- als auch auf der Wachstumsseite“, so der EnBW-Chef. Aufgrund niedriger Strompreise und der Umsetzung des Gesetzespakets zur Neuordnung der Verantwortung der kerntechnischen Entsorgung weist die EnBW für 2016 einen Konzernfehlbetrag von 1,8 Mrd. Euro aus. Die Bereiche Netze, erneuerbare Energien und Vertrieb liefern inzwischen aber bereits 80 Prozent des Konzernergebnisses (Adjusted Ebitda) in Höhe von 1,9 Mrd. Euro, teilte EnBW mit. „Wir konzentrieren jetzt alle Kraft darauf, unsere Ergebnisentwicklung ab 2017 ins Positive zu wenden“, unterstrich Mastiaux. Die Investitionen seien mit Großprojekten wie dem Offsee-Windpark Hohe See „klar auf die Zukunft ausgerichtet“, trotz einer Umfeldverschlechterung will der EnBW-Chef „Kurs auf 2020 halten“.

Handelsergebnis halbiert sich

Dennoch musste das Karlsruher Energieunternehmen einen Umsatzeinbruch von 8,5 % verzeichnen und konnte 2016 knapp 19,4 Mrd. Euro umsetzen. Hintergrund sind unter anderem geringere Zuschreibungen nach dem Verkauf der EnBW Propower GmbH, die in Eisenhüttenstadt ein Heizkraftwerk betrieben hatte. Auch im Bereich Erzeugung und Handel sank das Ergebnis aufgrund niedriger Strompreise um 56,6 % auf nun 337,2 Mio Euro. Angesichts des schwierigen Marktumfeldes sprach Finanzvorstand Thomas Kusterer von einer „Punktlandung, die alles andere als einfach“ gewesen sei. Dennoch hätten „finanzielle Disziplin und vor allem die konsequente Umsetzung unserer Effizienzmaßnahmen und Wachstumsprojekte dafür gesorgt, dass wir im operativen Geschäft auch weiterhin liefern, was wir versprechen“, machte Kusterer deutlich. Klar sei aber, dass die Belastungen aus dem Bereich Kernenergie den finanziellen Spielraum deutlich einschränkten, so der Finanzvorstand.

Für das laufende Jahr erwartet EnBW einen leichten Ergebnisanstieg. Im Bereich Vertrieb wollen die Karlsruher von derzeit 249,7 Mio. Euro um 15 bis 25 % im kommenden Jahr wachsen, auch im Segement Erneuerbare Energien ist ein 5 bis 15-prozentiger Ergebnisanstieg von derzeit 295,3 Mio. Euro zu erwarten, weil EnBW allein im Bereich Onshore Wind bis zum Jahresende 200 MW neue Erzeugungsleistung ans Netz nehmen will. Mit einer weiterhin rückläufigen Entwicklung sei indes im Bereich Erzeugung und Handel zu rechnen, so Konzernchef Mastiaux.

Neues Wachstum durch Infrastruktur-Dienstleistungen nach 2020

Der Vorstandsvorsitzende gab auf der Bilanzpressekonferenz auch einen Ausblick auf die neue strategische Perspektive für die Zeit nach 2020. Vor dem Hintergrund einer fortschreitenden Dekarbonisierung werden erneuerbare Energien und Netze auch weiterhin ein Schwerpunkt im zukünftigen Energiesystem sein. „Die Energiewende tritt in eine neue Phase. Diese wird weniger als bisher durch Energiepolitik und Regulierung bestimmt sein, sondern deutlich stärker von Markt- und Technologieentwicklungen“, so Mastiaux. Er erwartet daher deutliche Veränderungen in der Wertschöpfungskette.. Durch die Elektrifizierung und Digitalisierung werden Energie- und Infrastrukturthemen weiter zusammenwachsen. „Im effizienten Aufbau, dem professionellen Management und dem sicheren Betrieb komplexer Infrastruktursysteme liegt eine Kernkompetenz der EnBW“, erklärte Mastiaux. Er will den Karlsruher Energiekonzern deshalb frühzeitig auf die sich hieraus ergebenden Möglichkeiten ausrichten, um auch nach 2020 ein überdurchschnittliches Wachstum zu erreichen.
 

Kai Eckert
Redakteur
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Dienstag, 28.03.2017, 15:26 Uhr

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