• Gas: Pluszeichen dominieren
  • Strom: Leichte Preiserholung bei Day Ahead und Frontjahr
  • Stuttgart Netze gewinnt Rechtsstreit gegen EnBW-Tochter
  • E-Auto-Dienstleister bietet lastgerechtes Laden
  • Netzsicherheitsinitiative DA/RE schließt Pilotphase ab
  • Energieeffizienzprogramme für Bauen und Sanieren gut nachgefragt
  • Rispens: "Wir dürfen keine Zeit mehr verlieren"
  • Arcon-Sunmark geht an Greenonetec
  • E-Mobility-Dienstleister schließen Roaming-Partnerschaft
  • Baywa startet LNG-Tankstellenbetrieb
Enerige & Management > Beteiligung - EnBW bietet 550 Mio. Euro für Prokon
Bild: Fotolia.com, bluedesign
BETEILIGUNG:
EnBW bietet 550 Mio. Euro für Prokon
Der EnBW-Konzern bietet 550 Mio. Euro, um den insolventen
Windenergie-Projektentwickler Prokon zu übernehmen. Diese Zahl nannte Finanzvorstand Thomas Kusterer am 22. Mai erstmals öffentlich in einer Telefonkonferenz.
 
Der Gläubigerausschuss von Prokon hatte EnBW bereits Anfang Mai schon als „bevorzugten Investor“ ausgewählt. EnBW hatte ein um 40 Mio. Euro höheres Angebot vorgelegt als die Hamburger Capital Stage AG, die bundesweit den größten Bestand an Solarkraftwerken betreibt. Ob EnBW den endgültigen Zuschlag erhält, darüber entscheidet allerdings erst am 2. Juli die Prokon-Gläubigerversammlung in Hamburg. Den rund 100 000 Gläubigern, zu denen rund 75 000 ehemalige Genussrechtsinhaber von Prokon zählen, liegt ein Alternativmodell vor. Der Vorschlag sieht vor, Prokon als Genossenschaft mit vielen Anteilseignern in Eigenregie weiterzuführen.

Dieser Weg sei der „eindeutig risikoreichere“, warb Finanzvorstand Kusterer für die von EnBW vorgesehene Barauszahlung: „Klar ist, dass jeder Genussrechtsinhaber bei beiden Modellen mehr als 40 Prozent seines Geld verlieren wird. Unser Vorschlag sieht vor, dass diese Anleger einen Teil ihres Geldes zumindest in absehbarer Zeit zurückerhalten.“ Dagegen sehe das Genossenschaftsmodell vor, die Rückzahlung bis zum Jahr 2030 zu staffeln. „Das wird davon abhängig sein, wie erfolgreich Prokon am Markt agieren wird“, so Kusterer. Die Befürworter des Genossenschafts-Modell haben mit 650 Mio. Euro eine deutliche höhere Unternehmensbewertung für Prokon vorlegt, an der sich auch die Rückzahlungsquote bemisst.

Mit Veranstaltungen in Hamburg, Berlin und Ulm will EnBW Prokon-Gläubiger in den kommenden Wochen von ihrem Angebot überzeugen. Dieses Engagement kommt nicht von ungefähr. Mit dem Erwerb von Prokon könnte EnBW seinen Bestand an Onshore-Windkraft um den Faktor 2,5 auf über 700 MW ausbauen. Fast noch wichtiger ist die Prokon-Projektpipeline, die bei über 4 000 MW im In- und Ausland liegen soll. Mit dem Erwerb von Prokon ist absehbar, das EnBW seine regenerativen Ausbauziele früher erreichen wird als geplant, wenn nicht sogar übertrifft. Nach den vorliegenden Ankündigungen will EnBW den Anteil der Ökoenergien an der eigenen Erzeugung von 19 % im Jahr 2012 auf über 40 % im Jahr 2020 mehr als verdoppeln.
 

Ralf Köpke
© 2020 Energie & Management GmbH
Freitag, 22.05.2015, 15:58 Uhr

Mehr zum Thema