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Enerige & Management > Unternehmen - Elia erhöht Anteil an 50Hertz
Bild: JWS / Fotolia
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Elia erhöht Anteil an 50Hertz
Der Einstieg des chinesischen Staatskonzerns SGCC beim Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) 50Hertz ist durch die Ausweitung der Anteile von Elia vom Tisch.
 
Der belgische Übertragungsnetzbetreiber Elia wird seine Beteiligung an dem deutschen ÜNB 50Hertz von 60 auf 80 % erhöhen. Wie das Unternehmen mitteilte, habe man sich entschieden, von dem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen und erwirbt damit einen zusätzlichen 20-%-Anteil an der Eurogrid International SCRL, der Holding-Gesellschaft der 50Hertz Transmission GmbH. Abgegeben wird das Anteilspaket von dem australischen Infrastruktur-Fonds IFM Investors.

Die Australier hatten Anfang Februar angekündigt, die Hälfte ihrer 40-%-Beteiligung verkaufen zu wollen. Im Zuge der nun vereinbarten Transaktion wird Elia, künftig 80 % der Anteile an 50Hertz halten, die restlichen 20 % bleiben in der Hand von IFM Investors.

Nach Angaben von Elia beläuft sich der Kaufpreis für das Anteilspaket auf 976,5 Mio. Euro. Die Summe soll zu 70 % über Hybrid- und zu 30 % über vorrangige Anleihen finanziert werden. Der Abschluss der Transaktion unterliegt der Zustimmung der zuständigen Behörden und wird für das zweite Quartal 2018 erwartet. Als Finanzberater für Elia fungiert die Bank of America Merryll Lynch.

„Wir freuen uns darauf, uns noch stärker bei 50Hertz zu engagieren und das Führungsteam in der kommenden Wachstumsphase des Unternehmens zu unterstützen. Das Geschäft ermöglicht uns, die Zusammenarbeit zwischen Belgien und Deutschland weiter zu verstärken. Damit wird unser Anspruch, eine der führenden Übertragungsnetzbetreiber-Gruppen Europas zu sein, unterstrichen“, erklärte Elia-CEO Chris Peeters.

Nach Bekanntwerden der Verkaufsabsichten von IFM Investors hatte der chinesische Staatskonzern State Grid Corporation of China (SGCC) Interesse an einem Einstieg bei 50Hertz signalisiert. Die Chinesen schauen sich schon länger erfolgreich in Europa nach Investitionsmöglichkeiten um. So stieg SGCC 2012 für knapp 300 Mio. Euro mit 25 % beim portugiesischen Netzbetreiber REN ein. 2015 erwarb das Unternehmen für 2,1 Mrd. Euro 35 ​% der Holding CDP Reti, die Anteile an den italienischen Netzbetreibern Snam und Terna hält. 2016 kauften sich die Chinesen für einen unbekannten Preis mit 14 % beim belgischen Strom- und Gasnetzbetreiber Eandis ein. Ebenfalls 2016 kaufte SGCC für 320 Mio. Euro eine Minderheitsbeteiligung in Höhe von 24 % an dem griechischen Übertragungsnetzbetreiber Admie. Auch in Australien und in Brasilen investierte das Unternehmen Milliarden in Netzbetreiber. 2013 hatten sich die Chinesen auch für das Stromnetz in Berlin interessiert, da dort die Konzession auslief.

Die Aktivitäten des chinesischen Konzerns in Europa und die geplante Beteiligung an 50Hertz wurde kritisch bewertet. So hatte das Handelsblatt Ende Februar berichtet, dass die Bundesregierung den Einstieg verhindern wolle. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums bestätigte dies jedoch nicht. „Die Bundesregierung hat und nimmt auf diese Vorgänge keinen Einfluss, ist jedoch bei Gesprächswünschen hierüber, wie stets, gesprächsbereit.“ Etwaige interne Beratungen wollte sie weder bestätigen noch dementieren. Die Sprecherin wies zugleich aber auf Prüfmöglichkeiten hin, wenn es zum Beispiel um Softwarelösungen für kritische Infrastrukturnetze gehe.
 

Andreas Kögler
Redakteur und CvD von E&M powernews
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Freitag, 23.03.2018, 14:25 Uhr

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