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Enerige & Management > Stromnetz - Elektrolyseure und Bioenergie sollen Netze stabilisieren
Quelle: Shutterstock / lovelyday12
STROMNETZ:
Elektrolyseure und Bioenergie sollen Netze stabilisieren
Zum Entwurf des Netzentwicklungsplan-Szenariorahmens 2023-2027 hat der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) eine Stellungnahme abgegeben. Es geht um die regionale Stromproduktion.
 
„Wir begrüßen, dass die angenommenen Ausbaumengen für Windenergie und Photovoltaik deutlich nach oben korrigiert wurden, auch wenn sie sich immer noch am unteren Ende des Ambitionsniveaus befinden“, heißt es in einer Stellungnahme des BEE zu dem von den Übertragungsnetzbetreibern veröffentlichten Entwurf des „Szenariorahmen 2023-2027 zum Netzentwicklungsplan Strom 2023“. Unterschätzt werde hingegen das Potenzial der steuerbaren erneuerbaren Energien, vor allem der Bioenergie.

Bioenergie könne künftig eine noch wichtigere Rolle im Stromsektor spielen, wenn ihre flexibel steuerbare Leistung zum Ausgleich von Sonne und Wind besser genutzt wird. Sie trage erheblich zu Versorgungssicherheit und Netzstabilität bei. Diese Bedeutung müsse sich im Szenariorahmen besser abbilden, so BEE-Präsidentin Simone Peter.

Auch die Annahmen zu möglichen Elektrolysekapazitäten im Inland seien unterbewertet. „Die in den Szenarien angenommen Wasserstoff-Importquoten sind deutlich zu hoch. Hier bestehen immer noch erhebliche Unsicherheiten bezüglich Kosten, Nachhaltigkeit und Verfügbarkeit. Daher muss der Fokus viel stärker auf der heimischen Wertschöpfung auf Basis regional verfügbarer erneuerbarer Energien liegen“, erklärte Peter.

Der BEE hatte kürzlich in seiner Strommarktstudie vorgerechnet, dass bei entsprechenden regulatorischen Rahmensetzung eine wirtschaftliche Elektrolyseleistung von 100.000 MW in Deutschland möglich sei. Importe könnten dadurch weitgehend vermieden werden.

Elektrolyseure als flexibel steuerbare Leistung sollten nach Ansicht des BEE räumlich nahe der Erzeugung fluktuierender erneuerbarer Energien errichtet werden, also weitestgehend in Norddeutschland. Das könne helfen, verbrauchsbedingte Netzengpässe zu vermeiden.

Wie es in der Stellungnahme zusammenfassend heißt, bilde der Szenariorahmen ausschließlich Szenarien mit hoher Importabhängigkeit ab. Das bedeute einerseits eine verhältnismäßig geringe Erweiterung der heimischen Kapazitäten kostengünstiger erneuerbarer Energien und der entsprechenden steuerbaren Leistung. Andererseits einen starken Ausbau der Interkonnektorenleistung.

Auch bestehe die Gefahr, dass mit der Importabhängigkeit nicht nur die nationalen Klimaziele, sondern auch die Preisstabilität der heimischen Wirtschaft sowie die Versorgungssicherheit riskiert werde. „Der Szenariorahmen sollte daher durch ein Szenario ergänzt werden, das die Potenziale heimischer Wertschöpfung steigert und den Wirtschaftsstandort in seinen Möglichkeiten stärkt“, forderte Peter.

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) hat sich zum Szenariorahmen geäußert. Er fordert, dass bei flexiblen Verbrauchseinrichtungen von einem marktorientierten Ansatz ausgegangen wird. Die Annahmen zum Zubau von dezentralen Wasserstoffheizungen und gasbetriebenen Kleinkraftwerken sollten reduziert werden.
 
 

Günter Drewnitzky
Redakteur
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Dienstag, 15.02.2022, 14:32 Uhr

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