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ELEKTROFAHRZEUGE:
Elektroautos kommen langsam voran
Ein Jahr nach dem Start des Förderprogramms für Elektroautos sind 23 000 Anträge auf den so genannten Umweltbonus eingegangen.
 
Seit 2. Juli 2016 können Privatpersonen, Unternehmen, Organisationen und Kommunen eine staatlich finanzierte Kaufprämie beantragen, wenn sie sich ein Elektroauto oder ein Plug-in-Hybridfahrzeug mit Kombiantrieb aus Elektro- und Verbrennungsmotor zulegen wollen. Batterieelektrische Fahrzeuge werden mit 4 000 Euro, Plug-in-Hybride mit 3 000 Euro gefördert. Der Bund und die Autoindustrie stellen dafür jeweils bis zu 600 Mio. Euro zur Verfügung.

Der Erfolg der kontrovers diskutierten Elektroauto-Förderung stellt sich nach einem Jahr in Relation zum politischen Ziel, bis 2020 eine Million Elektroautos auf die Straße zu bringen, eher bescheiden dar. Das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) meldet mit Stand vom 30. Juni, dass bislang insgesamt 23 024 Anträge auf den so genannten Umweltbonus eingegangen sind. In 13 083 Fällen wurde die Förderung für Batterieelektrische Fahrzeuge in Anspruch genommen, 9 937-mal für Hybridfahrzeuge und viermal für Brennstoffzellenautos. Im Schnitt wurden also monatlich gut 1 900 Förderanträge gestellt, im ersten Monat waren es 1 500 gewesen.

Auch die Zahl der förderfähigen Autos hat etwas zugenommen. Umfasste die entsprechende Bafa-Liste im Juli 2016 insgesamt 84 Modelle mit Elektro-, Plug-in-Hybrid- oder Brennstoffzellenantrieb, waren es im Juni 2017 bereits 105. Die beliebtesten Batterieautos sind weiter der BMW i3 und der Renault ZOE, das begehrteste Hybridmodell ist der Audi A3. Auf mehr als 1 000 Anträge kamen nur fünf Fahrzeugmodelle. Mit Abstand die meisten Förderanträge kamen bislang aus Bayern (5 147), Baden-Württemberg (4 566) und Nordrhein-Westfalen (4 302). Unternehmen stellten 12 438 Anträge, Privatpersonen 10 150 und kommunale Betriebe 176.

Steigende Zulassungszahlen bei Batteriefahrzeugen

Das Kraftfahrtbundesamt stellt in seiner Bilanz der Neuzulassungen für das erste Halbjahr 2017 deutliche Steigerungsraten gegenüber dem Vorjahr im Bereich der Elektromobilität fest. Demnach kamen von Januar bis Juni 10 189 Elektroautos und 12 264 Plug-in-Hybride auf die Straße, das sind jeweils mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr.

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) bewertet die Entwicklung der Elektromobilität in den letzten Monaten und auch die Wirkung des Förderprogramms positiv. Die Elektromobilität nehme Fahrt auf, der Umweltbonus sei ein wichtiger Treiber, heißt es in der Anfang Juli vorgelegten Halbjahresbilanz des Verbandes. Der Verkauf von Fahrzeugen verlaufe erfreulicher als vor einem Jahr. Die Wachstumsrate bei Elektroautos sei im Mai um das Vierzehnfache höher als die des Pkw-Gesamtmarktes gelegen.

Insgesamt erfordere der Hochlauf der Elektromobilität einen Dreiklang: Ausbau der Ladeinfrastruktur, höhere Reichweite der Modelle, günstigere Kosten, so der VDA. In allen drei Bereichen gebe es Fortschritte. Die kommenden Modelle erreichten Reichweiten von 500 Kilometern mit einer Batterieladung, die Kosten für Batterien sänken stetig, die Bundesregierung und die Automobilindustrie unterstützten den Ausbau der Ladeinfrastruktur.
 

Peter Focht
Redakteur
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Mittwoch, 05.07.2017, 12:34 Uhr

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