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Enerige & Management > Europaeische Union - Elektro-Brummis fehlt die Infrastruktur
Bild: Fotolia.com, kreatik
EUROPAEISCHE UNION:
Elektro-Brummis fehlt die Infrastruktur
Die gewünschte Elektrifizierung des Straßengütertransportes erfordert nach einem Positionspapier des europäischen Automobilverbandes ACEA hohe Investitionen.
 
Um die anvisierten Ziele zum Einsatz von Lkw mit geringen CO2-Emissionen zu erreichen, müssten bis zum Ende des Jahrzehnts mindestens 90.000 Ladesäulen für solche Fahrzeuge zur Verfügung stehen, stellt der Verband fest. Bislang gebe es ganze 10 Ladesäulen für größere Nutzfahrzeuge in der EU. Lkw sollen nach den im vergangenen Jahr beschlossenen EU-Standards bis 2025 zunächst 15 % und bis 2030 30 % weniger CO2 ausstoßen.

Die Hersteller könnten diese Flottenziele nur erreichen, wenn sie deutlich mehr emissionsfreie Fahrzeuge verkaufen würden, sagte Henrik Henriksson, das für Nutzfahrzeuge zuständige Vorstandsmitglied der ACEA. Nach den Schätzungen des Verbandes müssten bis 2030 rund 200.000 batteriegetriebene Lkw im Einsatz sein.

Jüngste Zahlen der ACEA zeigen jedoch einen verschwindend geringen Marktanteil elektrischer (0,2 %) oder hybrider (0,1 %) Nutzfahrzeuge. 97,9 % der im letzten Jahr verkauften Lkw werden mit Diesel betrieben, 1,7 % mit Erdgas. In absoluten Zahlen wurden 700 batteriegetriebene Lkw über 3,5 Tonnen verkauft.

Ein schneller Ausbau der Infrastruktur für Nutzfahrzeuge mit alternativen Antrieben sei die wichtigste Voraussetzung, um die Verkaufszahlen zu erhöhen, sagte Henriksson weiter: „Wir brauchen dringend die Verpflichtung, bis 2025 mindestens 37.000 Ladesäulen und 750 LNG-Tankstellen für Lkw zu errichten.“ Die Infrastruktur für Pkw sei wegen der größeren Energiemengen und des größeren Platzbedarfs von Lkw in der Regel ungeeignet. Die EU müsse den Mitgliedstaaten deswegen verbindliche Ziele zum Ausbau der Infrastruktur für Lkw vorgeben.

Henriksson mahnte auch noch ausstehende Standards auf europäischer Ebene an. Private und öffentliche Ladestationen würden nur gebaut, wenn die EU und die Mitgliedstaaten die richtigen Anreize für solche Investitionen setzten. Dazu gehörten auch eine kohärente Besteuerung der Kraftstoffe und eine Überarbeitung der Eurovignetten-Richtlinie, die die Mautsysteme für Nutzfahrzeuge reguliert.

 

Tom Weingärtner
© 2020 Energie & Management GmbH
Freitag, 03.04.2020, 12:48 Uhr

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