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Enerige & Management > Regenerative - EEG-Konto nähert sich der nächsten Milliardenmarke
Quelle: Fotolia / Jürgen Fälchle
REGENERATIVE:
EEG-Konto nähert sich der nächsten Milliardenmarke
Die EEG-Umlage ist seit Juli weg. Gleichwohl wurde im abgelaufenen Monat nochmal gut 1 Mrd. Euro eingenommen. Das Guthaben wuchs damit fast auf die nächste Milliardengrenze.
 
Das Guthaben auf dem EEG-Konto, über das der Ausbau der Erneuerbaren in Deutschland finanziert wird, ist im Laufe des Juli noch einmal um 815 Mio. Euro gestiegen und hat damit 16,9 Mrd. Euro erreicht. Das geht aus einer Veröffentlichung der Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) vom 9. August hervor.

Demnach nahmen die ÜNB als größten Einnahmeposten noch einmal gut 1 Mrd. Euro EEG-Umlage ein, die letztlich von den Stromverbrauchenden stammt. Diese Umlage ist seit 1. Juli abgeschafft. Die Milliarde kommt gleichwohl durch die monatlich nachlaufende Abführung der Umlage durch die Stromvertriebe an die ÜNB zustande, bestätigte eine Sprecherin des ÜNB Tennet auf Anfrage. In diesem Jahr sind bislang 8,8 Mrd. Euro EEG-Umlage auf dem EEG-Konto gelandet.

Aus der Stromvermarktung geförderter kleinerer Erneuerbaren-Anlagen unter 100 kW, vor allem dem Gros der 1,5 Mio. Photovoltaik-Dachanlagen, nahmen die ÜNB 1,3 Mrd. Euro ein. Im Juni waren es noch 0,9 Mrd. Euro und im Juli 2021 weniger als 0,4 Mrd. Euro gewesen. Hier machte sich das gestiegene allgemeine Preisniveau im Spotmarkt bemerkbar, das auch die Marktwerte des geförderten Grünstroms teilweise auf Rekordwerte steigen ließ. So erlöste auch PV, die bisher im Sommer ihren Vermarktungspreis kannibalisiert hatte, mit 18,9 Ct/kWh nur unwesentlich weniger als Windstrom (wir berichteten).

Grünstromförderung trägt noch nicht selbst

An EEG-Umlage wurden fast 1,6 Mrd. Euro ausgezahlt. Kumuliert waren es seit Januar 7,4 Mrd. Euro. Das bedeutet, dass sich das System der Grünstromförderung auch im Juli bei dem durchschnittlichen Day-ahead-Preis von 218 Euro pro MWh ohne die Umlageneinnahmen noch nicht selbst getragen hätte. Die Umlage wurde im sogenannten Osterpaket durch Zuschüsse aus dem Bundesetat ersetzt. Durch das Milliardenguthaben sind solche Zuschüsse bisher nicht nötig gewesen. In den nächsten Monaten dürfte es sich aber langsam abbauen.

Allerdings machen die Stromvertriebe im September ihre EEG-Jahresabrechnung mit den ÜNB, in der sie ihre Abschlagszahlungen darauf mit den tatsächlichen Einnahmen saldieren, erläuterte ein Sprecher des ÜNB 50 Hertz. Dann kann es immer noch zu nachlaufenden Einnahmen auf dem EEG-Konto kommen.

Für 2023 bis 2026 rechnete das Bundeswirtschaftsministerium − Stand September 2021 − mit einem Zuschussbedarf über alle geförderten Technologien hinweg von knapp 63 Mrd. Euro, davon fast 3 Mrd. Euro für Neuanlagen. Jährlich wären das bei gleichmäßiger Aufteilung 20,9 Mrd. Euro. Seit der Strompreisrallye, die im Spätsommer 2021 gerade begann, dürfte der Zuschussbedarf allerdings niedriger ausfallen.

Die monatlichen EEG-Umlagensalden bis einschließlich Juli 2022 sind auf der Netztransparenz-Internetseite der ÜNB   veröffentlicht. Dort finden sich auch die Marktwerte seit 2018   .
 

Georg Eble
Redakteur
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Dienstag, 09.08.2022, 16:32 Uhr

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