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Enerige & Management > Bilanz - EAM zieht positive Rekommmunalisierungsbilanz
Bild: Fotolia.com, Rynio Productions
BILANZ:
EAM zieht positive Rekommmunalisierungsbilanz
Eines der größten Rekommunalisierungsprojekte der vergangenen Jahre ist erfolgreich gestartet: Der neu formierte Versorger EAM in Kassel meldet nach einem Jahr positive Zahlen für das Netzgeschäft, aber auch schon 10 000 Kunden im neu aufgebauten Energievertrieb.
 
Seit rund einem Jahr ist der aus der ehemaligen Eon Mitte entstandene neue Regionalversorger EAM nun mit einem modernen grünen Erscheinungsbild präsent. Und stärker in der Region verankert als je zuvor: Das Unternehmen gehört Landkreisen, Städten und Gemeinden in Nordhessen sowie Südniedersachsen und ist zu 100 Prozent kommunal.

„Die neue EAM ist der Energie-Partner für die Region und bietet gemeinschaftliche Lösungen für Energie und Infrastruktur“, versicherte bei der ersten Bilanzpressekonferenz des Unternehmens am 21. Mai in Kassel Georg von Meibom. Der EAM-Geschäftsführer versprach vollen Einsatz für die Region.

Besonderheit der Rekommunalisierung war, dass an das neue Unternehmen nur das Netzgeschäft überging. Die Strom- und Gaskunden blieben bei Eon. Folglich dominierte der Betrieb der Strom- und Gasnetze auch das Geschäftsjahr 2014. Der Umsatzanteil des Netzgeschäfts lag bei über 85 Prozent.

„Die heutigen Stromnetze haben eine deutlich komplexere Struktur als noch vor einigen Jahren“, erklärte EAM-Geschäftsführer Thomas Weber. In diesem Jahr werde das Unternehmen von den geplanten Investitionen in Höhe von 119 Mio. Euro den größten Teil für Ausbau und Unterhaltung der Netze bereitstellen. Im vergangenen Jahr waren von 126 Mio. Euro Gesamtinvestitionen rund 72 Mio. Euro in das Stromnetz, 12 Mio. Euro in das Gasnetz geflossen.

Netze sieht die EAM-Geschäftsführung als eine Basis für die Umsetzung der Energiewende. Insgesamt seien heute bereits 45 000 dezentrale Stromerzeugungsanlagen, die EEG-Vergütung erhalten, an das EAM-Stromnetz angeschlossen. „Um die hohe Spannungsqualität im Netz zu sichern, setzen wir derzeit unter anderem 19 regelbare Ortsnetztransformatoren ein“, erläuterte Weber. „Durch diese moderne Technologie kann sehr effizient eine Erhöhung der Aufnahmekapazität von Einspeisungen im Niederspannungsnetz erzielt werden.“

Aufschwung bei neuen Gas-Hausanschlüssen

Im Bereich des Gasnetzes verzeichnete der Regionalversorger aufgrund der Mitte 2014 begonnenen Aktivitäten zur Netzanschlussakquise unter dem Motto „EAM gibt Gas“ eine deutliche Zunahme neu installierter Gas-Hausanschlüsse: Rund 1 500 Haushalte wurden an das Erdgasnetz angebunden.

Mit voller Kraft ist die EAM seit Juli 2014 auch mit einem eigenen Vertrieb am Start, an dem seit November die Städtischen Werke Kassel mit 49,99 Prozent beteiligt sind. Die gemeinsame Vertriebsgesellschaft EAM Energie bietet jeweils zwei Öko-Strom- und Erdgasprodukte mit und ohne Preisgarantie an. Auch mit Heizstrom können sich die Kunden beliefern lassen. Zudem versorgt das Unternehmen zahlreiche Kommunen und größere Gewerbekunden mit Strom und Erdgas. Alle Stromprodukte stammen dabei zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen.

Um den Kunden den Wechsel zur EAM so einfach wie möglich zu machen, hat der Vertrieb Kundenservicebüros in den hessischen Kommunen Baunatal, Bebra, Borken, Dillenburg, Hessisch Lichtenau, Hofgeismar, Gelnhausen, Gladenbach und Kassel sowie im südniedersächsischen Hardegsen eingerichtet. Weitere Servicebüros sollen im Laufe dieses Jahres folgen. Der große Einsatz zeige Erfolg, so die Geschäftsführung: Im März – also nach weniger als neun Monaten am Markt – konnte die EAM den 10 000sten Kunden begrüßen.

Neben Netzgeschäft und Energievertrieb sieht der neue Regionalversorger die Unterstützung von Kommunen und Landkreisen bei innovativen Energieprojekten als Hauptaufgabe. Mit einer Investition von 18 Mio. Euro war die Errichtung des EAM-Biomassezentrums in Kirchhain-Stausebach (Landkreis Marburg-Biedenkopf) das größte Projekt, das die Tochtergesellschaft EAM Natur im vergangenen Jahr fertiggestellt hat.

Unterstützung für kommunale Windkraftprojekte

Im Rahmen ihrer Dienstleistung „Windservice“ unterstützt die EAM ferner Planung und Umsetzung von Windenergieprojekten im kommunalen Umfeld. Der Windpark „Lahn-Dill-Bergland Mitte“ mit sieben Windenergieanlagen, den die EAM zusammen mit den Gemeinden Bad Endbach (Landkreis Marburg-Biedenkopf), Siegbach und Bischoffen (beide Lahn-Dill-Kreis) entwickelt hat, befindet sich im Bau. Weitere Entwicklungs- und Projektierungsverträge mit Kommunen und Energiegenossenschaften wurden im vergangenen Jahr geschlossen. Darüber hinaus nahm die EAM-Gruppe 2014 zehn neue Blockheizkraftwerke in Betrieb.

Sechs dieser BHKW werden mit Biomethan aus eigenen Aufbereitungsanlagen, vier mit Erdgas betrieben. An der Philippsthaler Kreuzbergschule (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) wurde ein hochmodernes BHKW mit einem 60 m3 fassenden Wärmespeicher in Betrieb genommen. Ziel ist es, durch flexiblen Einsatz des BHKW die Netzstabilität auch bei schwankender Einspeisung aus erneuerbaren Energien zu gewährleisten.

Die EAM setzte 2014 rund 884 Mio. Euro um. Der um Konsolidierungs- und Sondereffekte bereinigte Gewinn betrug rund 30 Mio. Euro. Das ist auch das Ziel der Geschäftsführung für das laufende Jahr. Es soll auch durch weiteres intensives Werben Strom- und Gaskunden erreicht werden – das Potenzial liegt im EAM-Netzgebiet bei mehr als 500 000 Kunden.

Die EAM – das Kürzel bedeutet Energie aus der Mitte – war Ende 2013 durch Übernahme der Eon Mitte durch zwölf Landkreise und die Stadt Göttingen entstanden. Ein Jahr später stiegen 109 Städte und Gemeinden aus der Region beim neuen Versorger EAM, der gut 1 200 Mitarbeiter beschäftigt, ein. Nach Angaben von Geschäftsführer von Meibom haben bis Ende des Jahres weitere Kommunen die Gelegenheit, sich zu beteiligen. Das Unternehmen habe dabei etwa 70 bis 80 Städte und Gemeinden im Blick, mit denen die EAM Konzessionsverträge für das Stromnetz geschlossen hat.
 

Peter Focht
Redakteur
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Freitag, 22.05.2015, 14:53 Uhr

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